Giovanni simeone schießt torino nach europa – und lässt fantaträume explodieren
Ein Rechtsschuss zwischen die Beine von Parma-Keeper Zion Suzuki, drei Punkte für Torino und ein Fantamedia von 7,3 – Giovanni Simeone lebt seinen zweiten Frühling im Stadio Olimpico Grande Torino. Der 28-Jährige traf am Freitagabend zum siebten Mal in dieser Serie-A-Saison, nur zwei Spieltage nach seinem Doppelpack gegen Lazio. Für eine Mannschaft, die in den vergangenen Jahren vor allem für ihre Abwehr stand, ist das ein Paradigmenwechsel – und er heißt El Cholito.
Die zahl, die den fantamarkt bewegt: 41 credits
Mit 22 Bewertungstagen, nur einer roten Fünf und sieben Treffern hat Simeone die beste Fantabilanz aller Granata-Stürmer. Sein Startwert lag bei 33 Credits, mittlerweile kostet er 41 – Tendenz steigend. Die Formkurve zeigt nach oben, seit er seine Wadenprobleme im Januar abschüttelte. „Ich habe in den Wochen der Pause einzeln mit dem Fitnessteam gearbeitet, um wieder Vollgas geben zu können“, sagte er nach dem Abpfiff gegen Parma, ohne den Satz zu Ende zu sprechen – denn er war schon wieder in Bewegung, zu den Fans, die seinen Namen skandierten.
Die Szene des Tages: 34. Minute, links außen Doppelpass mit Ivan Ilić, Simeone dreht sich mit einem First-Touch in den Strafraum, zieht mit dem rechten Innenpfotenabsatz ab. Suzuki ist noch dran, kriegt die Hand rein – doch der Ball trudelt hinter die Linie. Das Tor ist nicht nur sehenswert, es ist ein Statement. Denn Torino hat seit Jahren keinen Stürmer mehr gehabt, der in drei Spielen zwei Siegtreffer erzielt und dabei noch die Expected-Goals-Statistik überläuft. Simeones xG-Wert liegt bei 4,8 – er trifft also fast doppelt so effizient wie erwartet.

Warum simeone gerade jetzt wichtiger ist als ein europapokal-platz
Trainer Paolo Vanoli verlangt von seinen Angreifern, die erste Pressinglinie zu bilden. Wer da nicht bereit ist, 60 Meter zurückzuspurten, fliegt raus. Simeone führte gegen Parma 24 Druckaktionen aus – mehr als jeder andere Feldspieler. Sein Work-Rate von 11,2 km Laufleistung pro 90 Minuten steht in keiner Statistik der Liga, ist aber Grundlage dafür, dass Torino nach 29 Spieltagen nur 30 Gegentore kassiert hat. Die Logik: Wer vorne den Ball eroberrt, muss hinten nicht retten.
Die Fans singen schon wieder das alte Lied von der Europa League. Aktuell trennen die Granata nur zwei Punkte vom siebten Platz. Simeone selbst schielt nicht auf Wettquoten, sondern auf einen persönlichen Meilenstein: Das fehlende +1, die Bewertung der Superlative, ist noch drin. „Wenn ich die Chance kriege, will ich sie nutzen. Punkt“, sagt er knapp. Kein Pathos, nur Selbstverständlichkeit.
Am Freitag kommt Roma ins Olimpico. Wenn Simeone dort trifft, wäre das sein fünftes Heimtor in Folge – ein Rekord, den nicht einmal Ciro Immobile in dieser Saison aufgestellt hat. Die Fantamanager haben schon umgestellt, die Gegner haben gewarnt. Und Torino? Die Stadt atmet auf, dass endlich wieder jemand vorne trifft, statt nur hinten zu verteidigen. El Cholito lacht selten, aber wenn, dann kurz und spitz – wie seine Schüsse. Die Serie A sollte sich warm anziehen.
