Gidsel stiehlt die show: füchse feiern abschied mit sieg!

Berlin brodelte am vergangenen Samstag – nicht etwa wegen einer politischen Krise, sondern wegen Handball auf höchstem Niveau. Die Füchse Berlin verabschiedeten sich von fünf verdienten Spielern und feierten gleichzeitig einen 43:38 (22:20)-Sieg gegen die SG Flensburg-Handewitt. Doch neben dem Sieg stand der emotionale Abschied im Mittelpunkt, eine gebührende Hommage an eine Ära, die zu Ende geht.

Ein abschied voller emotionen und handball-glanz

Ein abschied voller emotionen und handball-glanz

Die sportliche Bedeutung des Spiels war längst verpufft. Die Vizemeisterschaft und damit das Ticket für die Champions League sind den Berlinern bereits durch den Sieg in Melsungen sicher. Stattdessen stand der Nachmittag ganz im Zeichen des Abschieds von Dejan Milosavljev, Lasse Andersson, Lukas Herburger, Nejc Cehte und dem leider verunglückten Valter Chrintz. Sieben Jahre und ein halbes Handballleben verbrachte Milosavljev im Trikot der Füchse, Andersson war sechs Jahre ein Fels in der Brandung. Zwei Publikumslieblinge, die ihren letzten Auftritt in der Max-Schmeling-Halle hatten.

Doch die Emotionen wurden durch ein atemberaubendes Handballspektakel unterbrochen. Die erste Halbzeit war eine Offensivschlacht von zwei der besten Angriffsreihen der Liga. Sensationelle 42 Tore fielen in den ersten 30 Minuten – ein unglaublicher Wert, der alle 43 Sekunden einen Treffer bescherte. Die Abwehrreihen und Torhüter hatten schlichtweg keine Chance. Insbesondere Mathias Gidsel lieferte eine Leistung ab, die in die Geschichte eingehen wird.

Gidsel in Topform: Ein dänischer Handballer des Jahres

Nur wenige Stunden vor dem Spiel wurde Gidsel in Dänemark zum Handballer des Jahres gekürt – eine Auszeichnung, die er mit einer Gala-Vorstellung würdigte. Vor 9000 begeisterten Zuschauern in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle traf der Däne in der ersten Halbzeit unglaubliche 13 Mal. Dabei markierte er bereits nach drei Minuten sein 300. Bundesliga-Tor. Die Fans feierten ihren Star mit Plakaten und dem Ruf nach noch mehr Rekorden. Seine Leistung war schlichtweg phänomenal, so dass Dyn-Kommentator Florian Schmidt-Sommerfeld auspackte und sich im Liegestuhl auf seinem Campingplatz in Dänemark offenbar grosse Sorgen machte, ob Gidsel ihn aus der Ruhe bringen würde.

Am Ende stand ein persönlicher HBL-Rekord von 18 Treffern in diesem Spiel – zuvor waren es lediglich 15. Auf der Flensburger Seite konnte Simon Pytlick mit 11 Toren etwas Licht ins Dunkel bringen, obwohl er ab Sommer 2027 zusammen mit Gidsel bei den Berlinern spielen wird. Ob er schon 2026 den Weg nach Berlin findet? Ljubomir Vranjes, Sportchef der SG Flensburg-Handewitt, musste in der Halbzeitpause bei Dyn gestehen: „Es gibt keinen neuen Stand, wir haben alles abgesagt. Für uns ist der Fall zu.“ Ein Glücksfall für die Konkurrenz.

Die Füchse Berlin verabschiedeten ihre verdienten Spieler mit einem Sieg und einer Vorstellung, die den Handball-Fans lange in Erinnerung bleiben wird. Die Ära geht zu Ende, aber die Erinnerungen an diese Spieler und ihre Leistungen werden in der Geschichte des Vereins weiterleben.