Gidsel lässt die konkurrenz alt aussehen – 238 tore, kein siebenmeter
238-mal zappelte das Netz, und kein einziges Mal stand Mathias Gidsel auf dem Siebenmeterpunkt. Der Welthandballer läuft der Liga mit einer Zielgenauigkeit davon, dass selbst seine engsten Verfolger die 200er-Marke erst in Sichtweite rufen.
Hinter gidsel wird’s eng, aber bleibt spannend
Kai Häfner schaffte es als Erster, die magische 200-Tore-Linie zu knacken – 210 Treffer, 114 davon vom Punkt. Das klingt nach Respekt, ist aber ein Befund dafür, wie weit Gidsel die Messlatte schon nach oben geschraubt hat. Omar Ingi Magnusson folgt mit 186 Treffern, wobei seine 69 Siebenmeter zeigen: Ohne die Strafwürfe wäre der Abstand zur Spitze noch gigantischer.
Der isländische Rückraum-Irrwisch Haukur Thrastarson sorgte am Wochenende für den kleinen Seitenhieb der Statistik. 15 Treffer gegen Wetzlar katapultierten ihn von Platz 16 auf 9 – mit 146 Toren. Ein Sprung, der beim Blick auf die oberen Ränge vor allem die Frage aufwirft: Wer stoppt eigentlich Gidsel?

Die bomber-liste verrät ein zweites gesicht
Wer genau hinsieht, entdeckt ein Muster: Die meisten Topscorer brauchen den Siebenmeter, um mitzuhalten. Gidsel nicht. Null Strafwürfe, 238 Feldtore – das ist reine Wildbahn-Performance. Dahinter klauben sich Jannik Kohlbacher (159) und Niels Versteijnen (157) ihre Punkte zusammen, während August Pedersen (155) und Emil Jakobsen (152) beweisen, dass auch klassische Außenpositionen ohne Dauer-Dosierung vom Punkt funktionieren können.
Die deutliche Lücke zwischen Rang 3 und 4 – 27 Tore trennen Magnusson von Kohlbacher – offenbart: Die Liga hat zwei Geschwindigkeiten. Ganz oben schießt sich einer frei, danach beginnt ein Mittelfeld, das fast jede Woche neu gemischt wird.
Thrastarson ist der jüngste Störenfried, doch selbst wenn er weiter so trifft, bleibt die Frage offen, ob die Jagd Gidsel überhaupt erreichen kann. Die Antwort liefert schon die kalte Zahl: 92 Treffer beträgt der Rückstand – das ist mehr als ein Drittel der bisherigen Saisonleistung des Isländers.
Die nächsten Partien werden zeigen, ob die Verfolger nur Statisten bleiben oder doch noch ein Wörtchen um die Torjägerkanone mitreden. Fakt ist: Wer jetzt zögert, verliert den Anschluss – und damit jede Chance, Gidsel noch einmal zu sehen.
