Gidsel jagt 227 tore vorne – stuttgart-star häfner hält mit 109 siebenmetern dagegen

227 Mal zappelte der Ball diesen Winter nur gegen Mathias Gidsel im Netz. 25 Spieltage, ein Weltmeister, null Strafwürfe – die Devise des Füchse-Linksaußen lautet: Aus der Drehung, ins lange Eck, nächster Gegner. Berlin feiert, die Liga schaut neidisch.

Doch die Verfolger schlafen nicht. TVB-Stuttgart hat sich mit Kai Häfner einen Gefährten von der alten Schule zugelegt: 202 Treffer, davon 109 aus dem Fünf-Meter-Punkt – ein Verhältnis, das Statistiker schmunzeln und Torhüter verzweifeln lässt. Wer gegen Stuttgart unterliegt, kassiert meist doppelt: einmal von Häfners Rechtswurf, dann vom Siebenmeter-Punkt.

Omar magnusson liegt dritto, aber mit abstand

SC-Magdeburg-Back Omar Ingi Magnusson hält mit 183 Treffern zwar den dritten Platz, die Lücke zu Gidsel beträgt aber bereits 44 Tore – so viele wie ein ganzer Spieltag Ausbeute für viele Mittelfeld-Clubs. Dahinter folgt ein Duo bei 153 Treffern: Jannik Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen) und Niels Versteijnen (TBV Lemgo). Kohlbacher traf bisher ausschließlich aus dem Feld, Versteijnen profitiert von 26 Siebenmetern – ein kleiner, aber feiner Unterschied im Kampf um die Europacup-Plätze.

HSV-Linksaußen Nicolaj Jörgensen schaffte als sechster Spieler die 150-Marke (152), doch Hamburg bangt: Ohne den verletzten Kreisläufer Petter Øverby fehlt künftig das Zubeißen, Jörgensen muss noch mehr Last tragen. August Pedersen (Hannover) und Emil Jakobsen (Flensburg) folgen dicht auf, beide jagen die 150 ebenfalls – und damit die Chance, sich für Nationaltrainer Alfreð Gíslason zu empfehlen.

Die große überraschung kommt aus eisenach

Die große überraschung kommt aus eisenach

Felix Aellen stemmt ThSV Eisenach mit 134 Treffern fast im Alleingang aus dem Tabellenkeller. Der 24-jährige Schweizer trifft aus Rückraummitte so sicher wie ein Metronom – 40 Siebenmeter verwandeln, kein einzler verworfen. Wenn Eisenach den Klassenerhalt schafft, steht Aellen in den Scoutlisten der Top-Clubs ganz oben. Die Liga schaut auf ihn, nicht nur wegen der Zahlen, sondern wegen der Coolness, mit der er sie erzielt.

Am Ende zählt nicht nur, wer trifft, sondern wer trifft, wenn's brennt. Gidsel tut es mit Galgenhumor, Häfner mit Coolness vom Punkt, Aellen mit unbekümmertem Selbstvertrauen. Die Jagd nach dem Kuntz-Preis für den besten Bundesliga-Torschützen ist längst offener, als die Tabelle vermuten lässt. Mit neun Spieltagen bis zum Saisonfinale ist noch jeder 20-Tore-Rückstand machbar – zumindest für die, die sich nicht verstecken.