Ghanaer frisch vom bank und schon der matchwinner – wie augusto den flicken flickte
Ein Wechsel, ein Kontakt, ein Konter: Carlos Augusto sprang in der 63. Minute für Inter Mailand ins Getümmel, legte den Vorlagepass für den Ausgleich und riss die Partie gegen Genoa noch einmal auf. Die Kurve zog sich in Sekundenschnelle, das Spiel endete 1:1.
Der ghanese macht's wie krstovic – nur schneller
Montenegro-Stürmer Stefan Krstovic hatte in der Vorwoche den späten Siegtreffer gegen Lecce erzielt, diesmal war er der Profiteur. Augusto spielte sich auf links durch, zog die Innenverteidigung auf sich und schob quer. Krstovic nutzte die Lücke, traf zum 1:1 und verhinderte die zweite Saisonniederlage in Serie.
Dabei war der Brasilianer mit ghanaischem Pass eigentlich nur als Notlösung gedacht. Simone Inzaghi hatte Federico Dimarco geschont, Matteo Darmian lahmte nach einem Schlag aufs Sprunggelenk. Augusto kam, sah und lieferte – mit der ersten aussichtsreichen Aktion.

Samardzic bleibt phantom, garlando zieht bilanz
Während der 22-jährige Flügelspieler die linke Seite belebt, bleibt Lazar Samardzic auf der rechten Außenbahn ein Rätsel. Der Serbe kam für Denzel Dumfries, rührte sich 28 Minuten lang kaum sichtbar und verpasste zwei Mal die Mitte, als er die Linie hätte wechseln müssen. Luigi Garlando, Kommentator von „Gazzetta dello Sport“, fasste es lapidar zusammen: „Samardzic? Ein Geist mit Trikotnummer 28.“
Die Statistik untermauert den Eindruck: Kein Torschuss, keine Chance herausgespielt, 43 Prozent gewonnene Zweikämpfe – unter aller Kanone für einen Offensivmann. Inter droht damit erneut, Talent zu versiegen, weil kein klarer Plan für die Rechtsaußen-Position existiert.

Ein punkt, der wie ein sieg wirkt
Die Reaktion der Fans sprach Bände. Als Schiedsrichter Fabio Maresca abpfiff, applaudierten 72.103 im Giuseppe-Meazza-Stadion trotz des Rückstands in der Tabelle. Der Grund: Inter bleibt ungeschlagen im eigenen Stadion seit 28 Partien und verkürzt den Rückstand auf Spitzenreiter Juventus auf fünf Punkte.
Trainer Inzaghi atmete nach dem Abpfiff sichtbar durch. „Wir haben die Moral bewiesen“, sagte er. „Carlos hat gezeigt, warum wir ihn geholt haben – er kann beide Flügel bedienen und bringt die nötige Frische.“
Am Freitag wartet die Partie bei AS Rom, dann wird wieder rotiert. Doch diese einen Wechsel, diese eine Aktion, wird die Stimmung in Mailand noch ein paar Tage tragen. Augusto hat sich seinen Platz im Kader erkämpft – und Samardzic die Uhr ticken gehört.
