Getafe schreibt märchen: zwölf punkte vorsprung, europa in reichweite

Der Ball rollte noch, da stand Getafe schon mit dem Rücken zur Wand. Januar, Platz 16, zwölf Punkte Luft zum Abstieg, und José Bordalás sprach vom „Stift ohne Mine“. Was folgte, ist das beste Beispiel dafür, was Transferstrategie und ein verschworenes Kabinenbüro bewirken können.

Toni muñoz zog die notbremse – und landete fünf volltreffer

Toni muñoz zog die notbremse – und landete fünf volltreffer

Sportdirektor Toni Muñoz setzte den Turbo. Zaid Romero, Luis Vázquez, Mauro Boselli, Birma und vor allem Martín Satriano wechselten an den Coliseum Alfonso Pérez. Ergebnis: drei Monate später Platz acht, 43 Punkte – gleichauf mit Real Sociedad, dem Tabellensiebten. Europa ist kein Wunschtraum mehr, sondern eine Option mit Hausrecht.

Die Spieler sprechen offen von „Erfolg, egal wie’s endet“. Die Rechnung ist simpel: noch acht Spiele, zwölf Punkte Vorsprung auf Platz 18, und der Kalender liefert zusätzlichen Zucker. Die nächsten Auswärtstermine: Levante, Real Sociedad, Oviedo und Elche. Daheim warten Barça, Rayo, Mallorca und Osasuna. Kein Gegner ist unbesiegbar, jeder Punkt zählt doppelt.

Bordalás warnt vor Euphorie, doch selbst er lässt die Kamera kurz schweigen, wenn er sagt: „Wir haben schon jetzt mehr erreicht als erwartet.“ Die Kabine feiert den Stillstand der Abstiegsangst, aber sie kennt auch die andere Seite: eine verspielte Europa-Chance könnte die beste Saison seit Jahren trüben. Das ist der Luxus, den Getafe sich inzwischen erlauben darf.

Am Sonntag geht’s nach Valencia. Ein Sieg dort, und der Coliseum wird glauben, dass das Märchen noch ein Kapitel offen hat. Die Fans singen bereits „¡Sí se puede!“ – und für einmal stimmt die Mathematik mit.