Getafe: europapokal-sensation mit der schwächsten offensive!
Madrid – Wer hätte das gedacht? Der FC Getafe, bekannt für seinen pragmatischen und oft wenig ansprechenden Fußball, hat sich tatsächlich für die Conference League qualifiziert. Und das trotz der Tatsache, dass sie in der Saison 2025/26 nur 32 Tore erzielten – die zweitschwächste Offensive der gesamten Liga!
Die taktik, die getafe in die europa league katapultierte
José Bordalás hat seine Mannschaft zu einer defensiven Mauer geformt, die kaum etwas anbrennen lässt. Der Fußball ist vielleicht nicht immer ein Augenschmaus, aber er ist effektiv. Xavi, einst Weltklassespieler und Trainer von Barcelona, äußerte sich einst kritisch über Getafes Spielweise, nannte es aber auch „kaum ein Spiel“. Doch genau diese Unkonventionalität hat Getafe nun in den europäischen Wettbewerb katapultiert.
Die Statistiken sprechen für sich: Nur 38 Gegentreffer in der Liga – weniger als Barcelona und Real Madrid. Ein Großteil des Erfolgs liegt in der aggressiven Zweikampfführung und den gewonnenen Luftduellen. Bordalás versteht es, aus durchschnittlichen Spielern eine schlagkräftige Einheit zu formen, die sich diszipliniert an seine Taktik hält.
„This is football, Daddy“, so Bordalás selbst, und er hat Recht. Es geht nicht um Schönheit, sondern um Ergebnisse. Und Getafe hat Ergebnisse erzielt, die selbst eingefleischte Fußballfans überraschen.

Ein kader zum schnäppchenpreis
Was besonders beeindruckt, ist der geringe Marktwert des Kaders. Mit rund 82 Millionen Euro sind sie eines der günstigsten Teams der Liga. Borja Mayoral, einst bei Real Madrid und leihweise beim VfL Wolfsburg, und Torhüter David Soria, der bereits die Europa League mit Sevilla gewann, sind zwar bekannte Namen, aber insgesamt ist die Mannschaft von Unbekannten geprägt. Mauro Arambarri, mit einem Marktwert von zehn Millionen Euro der teuerste Spieler, ist der Motor des Teams und sorgt für unermüdlichen Einsatz.
Adrian Garcia, Eurosport-Spanien-Redakteur, beschreibt die Spielweise als „effektiv, zweckmäßig und unkompliziert. Aber keineswegs hässlich oder extrem langweilig.“ Es ist ein Fußball, der auf Arbeit, Disziplin und dem Glauben an die Mannschaft basiert – und der nun Früchte trägt.
Die Frage, ob Bordalás das Märchen in der Conference League fortsetzen wird, bleibt offen. Gerüchte über ein mögliches Angebot von RCD Espanyol und Sevilla halten sich hartnäckig. Doch vorerst konzentriert sich der 62-Jährige darauf, seine Mannschaft in Europa zu vertreten – und vielleicht ein paar europäische Top-Teams zu überraschen.
Die Saison 2025/26 wird in die Geschichte des FC Getafe eingehen – als die Saison, in der der Underdog aus den Vororten Madrids Europa eroberte, mit einem Fußball, der vielleicht nicht immer schön, aber immer effektiv ist.
