Van almsick: "ich habe keine angst vor dem sterben"
Franziska van Almsick, deutsche Schwimmlegende und mehrfache Weltrekordhalterin, hat in einem aufschlussreichen TV-Interview tief in ihr bewegtes Leben geblickt – und eine überraschende Offenheit bezüglich des Todes bewiesen. Die ehemalige Teenager-Sensation, die Deutschland bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona begeisterte, spricht über den immensen Druck, die Schattenseiten des Ruhms und ihre heutige Lebenseinstellung.
Die last des erfolgs: ein leben im rampenlicht
Die Karriere von Franziska van Almsick begann geradezu meteoritartig. Mit nur 14 Jahren feierte sie ihren internationalen Durchbruch bei den Olympischen Spielen in Barcelona und etablierte sich als eine der prägenden Figuren des deutschen Schwimmsports der 90er Jahre. Zahlreiche Europa- und Weltmeistertitel folgten, ebenso wie neue Weltrekorde. Doch dieser Erfolg hatte seinen Preis. "Der Druck von außen war hart, es zählten bei mir immer nur erste Plätze. Doch letztlich war mein eigener Ehrgeiz größer als ich“, gesteht van Almsick im Gespräch mit Moderator Riccardo Basile in der Sky-Sendung „Meine Geschichte“. Die ständige Beobachtung durch die Öffentlichkeit und die Erwartungen, die an sie gestellt wurden, forderten ihren Tribut.
Van Almsick blickt zurück auf eine Kindheit und Jugend, die von sportlicher Höchstleistung und öffentlichem Druck geprägt waren. Sie musste früh lernen, mit Erwartungen umzugehen und mit dem Verlust von Privatsphäre. "Gott sei Dank bin ich da so glimpflich raus. Das hätte auch ganz anders enden können“, so die 48-Jährige, die am Sonntag Geburtstag hat. „Ich habe versucht zu überleben.“

Ein erfülltes leben – und keine angst vor dem ende
Obwohl ihr Traum von der olympischen Goldmedaille unerfüllt blieb, hat Franziska van Almsick ihr Glück gefunden. Sie ist Mutter von zwei Söhnen und genießt das Leben in vollen Zügen. „Ich habe alles, was man im Leben haben kann und was ich nicht habe, kaufe ich mir“, sagt sie mit einem Augenzwinkern. Besonders überraschend ist jedoch ihre Haltung gegenüber dem Tod.
"Ich möchte lieber nur 60 oder 70 werden, durchs Leben gehen, wild tanzen und auch Fehler machen. Ich will das Leben spüren und genießen, so wie es ist“, erklärt van Almsick. Die Schwimm-Legende scheint die Vergänglichkeit des Lebens zu akzeptieren und sich auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. "Vielleicht wird man dann nicht 97, aber ich könnte am Ende sagen: Mehr ging nicht“, schließt sie mit einem Lächeln. Ihre Lebensfreude und ihr unerschütterlicher Optimismus sind ansteckend.
Franziska van Almsick hat bewiesen, dass wahre Stärke nicht nur in sportlichen Erfolgen, sondern auch in der Fähigkeit liegt, mit Rückschlägen umzugehen und das Leben in all seinen Facetten zu schätzen.
