Sonnenlicht und vitamin d: der wahrheitstrend!
Die Frage brennt vielen unter den Nägeln: Warum sollen wir uns eigentlich vor der Sonne schützen, wenn Experten gleichzeitig empfehlen, sie zur Vitamin-D-Synthese zu nutzen? Die renommierte Dermatologin Ana Molina hat diese Verwirrung im Podcast 'Gominolas de petróleo' aufgedeckt – und die Antwort ist überraschend einfach.
Warum fensterglas die vitamin-d-produktion blockiert
“Es ist essentiell, Vitamin D zu synthetisieren, und die beste Methode ist zweifellos, der Sonne ausgesetzt zu sein”, erklärt Molina. Sie betont die Wichtigkeit von Vitamin D, das sie fast als Hormon einstuft. Der Schlüssel liegt in der ultravioletten Strahlung B (UVB). Diese Strahlung wird von Fensterscheiben komplett herausgefiltert. Das bedeutet: Wer in der Hoffnung auf Vitamin-D-Boost hinter Glas sitzt, bekommt lediglich die schädliche UV-A-Strahlung ab, die die Hautalterung beschleunigt, ohne jedoch die wertvolle Vitamin-D-Synthese anzuregen. Ein doppelter NOGO!
Molina empfiehlt daher, die Sonne direkt zu genießen, idealerweise unterstützt durch eine smarte App. “Ich empfehle die App UV-Derma der Academia Española de Dermatología. Sie bestimmt Ihren Standort und berechnet, wie lange Sie Arme, Hände und Gesicht im Freien der Sonne aussetzen müssen, um den täglichen Bedarf an Vitamin D zu decken.”

Ein ganzjahres-projekt: vitamin d den lieben langen winter
Viele denken, Sonnenbaden sei nur im Sommer wichtig. Dabei hat Molina eine wichtige Botschaft: “Auch wenn wir Sonnenschutz auftragen, synthetisieren wir weiterhin Vitamin D – und zwar in überraschendem Maße, wenn wir es richtig machen. Wir tragen oft nur ein Viertel der empfohlenen Menge auf und vergessen, sie nachzutragen. Also besteht kein Problem!” Der Knackpunkt liegt darin, dass die meisten Menschen nur im Sommer in die Sonne gehen und die im Sommer aufgebauten Vitamin-D-Reserven dann im Winter viel zu schnell verbrauchen.
“Im Winter ist der Mensch weniger geneigt, sich der Sonne hinzugeben, weil es kalt ist und man warme Kleidung trägt. Dann beginnen die Defizite. Wir Dermatologen raten dazu, täglich 15 bis 20 Minuten der Sonne zu frönen – das ganze Jahr über. Nicht nur im Sommer neun bis zehn Stunden in der prallen Sonne verbringen, wie man es leider oft sieht.” Die Wahrheit ist: Vitamin-D-Reserven sind kein unerschöpflicher Vorrat, sondern müssen kontinuierlich aufgebaut und aufrechterhalten werden.
Die Zahlen sprechen für sich: Etwa 40% der Bevölkerung leiden unter einem Vitamin-D-Mangel. Ein erschreckender Beweis dafür, dass wir alle dringend unsere Sonnenstrategie überdenken sollten. Die Sonne ist nicht unser Feind, sondern eine Quelle lebenswichtiger Nährstoffe – wenn wir sie richtig nutzen.