Kajsa vickhoff lie liegt nach horror-sturz im krankenhaus – karriere-drama im heim-weltcup

Kajsa Vickhoff Lie wollte in Lillehammer vor heimischem Publikum den Saison-Höhepunkt feiern. Stattdessen endete ihr Super-G im OP-Saal. Das Knie eingeklemmt, ein Knorpelstück herausgerissen – Weltcup-Finale mit offenem Ende.

Die 27-jährige postet foto aus dem klinikbett

„Ich bin am Boden zerstört“, schreibt die Norwegerin unter ein Bild, das ihre frisch operierte Patella zeigt. „Mein letztes Super-G der Saison endet mit Narkose statt mit Champagner.“ Die Diagnose: freier Gelenkknorpel, sofortige Arthroskopie, sechs Wochen Krücken. „Sie konnten das Stück annähen“, sagt sie. Ein kleiner Sieg im großen Drama.

Der Unfall passierte nach einem einfachen Fahrfehler. Außenski weg, innen aufsetzen, das Knie drehte sich in die entgegengesetzte Richtung. „Zuerst dachte ich, es sei nur ein Schock“, erinnert sie sich. Doch die Schmerzen schossen in die Höhe, das MRT bestätigte das Worst-Case-Szenario. Drei Podestplätze in diesem Winter – weg.

Vonn, straßer & co. senden genesungswünsche

Vonn, straßer & co. senden genesungswünsche

Lindsey Vonn kommentiert mit drei roten Herzen, Linus Straßer schreibt „Kraft geborgt, Kajsa!“. Auch Laura Pirovano und Atle Lie McGrath melden sich. Die Ski-Familie hält zusammen, doch die Zeit drängt. In neun Monaten beginnt der nächste Weltcup.

Für Vickhoff Lie ist es die zweite schwere Verletzung nach Schien- und Wadenbeinbruch 2020. „Ich hab’s einmal geschafft, ich schaff’s wieder“, sagt sie. Aber hinter dem Optimismus schimmert Frust: „Nicht laufen dürfen, das ist für mich die Hölle.“

Die Saison ist vorbei, die Karriere nicht. Wer jetzt denkt, der Alpin-Sport sei nur Glamour, sollte sich das Foto aus dem Ullevål-Krankenhaus ansehen. Es erzählt die andere Geschichte: Eine Athletin in Sporthose, das rechte Bein in Bandagen, die Augen hinter Sonnenbrille und Tränen. Der nächste Winter kommt bestimmt. Ob sie dabei ist, entscheidet sich in den kommenden Monaten. Die Uhr tickt – und mit ihr die Frage, wie viel Knorpel ein Weltcup-Bein noch verkraftet.