E-scooter-unfälle in rom: jedes vierte notfallopfer hat ein trauma!
Rom erlebt eine beunruhigende Zunahme von Verletzungen durch E-Scooter, so eine neue Studie des italienischen Orthopäden- und Traumatologenverbands (Otodi). Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und belasten das Gesundheitssystem erheblich – insbesondere im historischen Zentrum der Stadt.
Ein teufelskreis aus risikoverhalten und schlechter infrastruktur
Seit der Einführung von Sharing-E-Scootern im Jahr 2018 sind die Notaufnahmen der Krankenhäuser San Giovanni und Policlinico Umberto I stetig angewachsen. Die Untersuchung, durchgeführt von Spezialisten wie Andrea Fidanza und Marco Mugnaini, deckt ein alarmierendes Bild auf: 78% der Unfälle resultieren aus einfachen Stürzen, oft aufgrund unebener Straßenbeläge oder glatter Oberflächen nach Regen. <Die Zahl der Verletzten ist besorgniserregend: 441 Patienten wurden in den letzten sechs Jahren behandelt, davon waren 71% Männer und 70% im Alter zwischen 15 und 35 Jahren.
„Die Zahlen sind wirklich hoch und belasten unsere Gipsräume, traumatologische Ambulanzen und Operationssäle“, so Fidanza und Mugnaini. Besonders alarmierend ist der weit verbreitete Verzicht auf Schutzmaßnahmen. Nur 36 der 441 Patienten trugen zum Zeitpunkt des Unfalls einen Helm, keiner eine Hand- oder Ellbogenschützer. Ein Viertel der Verletzten erlitt schwere Gesichts-, Zahn- oder Kopfverletzungen, und in acht von zehn Fällen war eine orthopädische Untersuchung erforderlich, um Frakturen zu diagnostizieren.
Die medizinischen Kosten sind immens. Eine einzelne Operation, ohne Berücksichtigung von Platten, Prothesen oder Schrauben, kostet rund 1.900 Euro, und ein stationärer Aufenthalt verursacht zusätzliche 600 Euro pro Nacht. Die Studie zeigt deutlich, dass die vermeintliche Bequemlichkeit und Umweltfreundlichkeit der E-Scooter mit erheblichen Kosten für das Gesundheitssystem und die Sicherheit der Nutzer verbunden ist.

Neue regeln und der trend zur einschränkung
Angesichts der steigenden Unfallzahlen hat der neue Straßenverkehrsgesetzbuch einige wichtige Änderungen mit sich gebracht. Dazu gehören das Helmpflicht, die Beschränkung auf städtische Straßen, Geschwindigkeitsbegrenzungen, die Pflicht einer Kfz-Haftpflichtversicherung, die Verwendung von Licht, Blinkern und zugelassenen Bremsen, sowie das Tragen von reflektierenden Westen nach Einbruch der Dunkelheit. Das Fahren auf Gehwegen oder gegen die Fahrtrichtung, der Transport von Passagieren, Gegenständen oder Tieren sowie das Überfahren von Bus- oder Taxifahrspuren sind nun verboten.
Doch einige Städte gehen noch weiter. Wie folgt auch Paris und Madrid, hat Florenz beschlossen, den E-Scooter-Sharing-Service ab April 2026 einzustellen. Die Autoren der Studie betonen die Notwendigkeit verbesserter Straßeninstandhaltung, insbesondere in historischen Stadtzentren, sowie die Einrichtung sichererer Fahrspuren für E-Scooter und Fahrräder. Zusätzlich sind verstärkte Kontrollen bezüglich Geschwindigkeit, korrekter Nutzung und Einhaltung der Regeln unerlässlich.
„Die Reduzierung von Unfällen erfordert gemeinsames Handeln in drei Bereichen: klare und durchgesetzte Regeln, sichere Infrastruktur und individuelle Verantwortung“, so die Otodi-Experten. E-Scooter können eine Ressource für eine nachhaltige Mobilität sein, aber nicht auf Kosten der Sicherheit von Nutzern und Fußgängern.
