Eriksen-schock: kardio-experte warnt vor falscher sicherheit!
Die Fußballwelt bangte erneut um Christian Eriksen, dessen Zusammenbruch bei Dänemark gegen die Ukraine schmerzlich an den Vorfällen bei der EM 2021 erinnerte. Während der Pacemaker des Spielers reibungslos funktionierte, mahnt ein führender Kardiologe nun zur Vorsicht – und stellt die Debatte um die sportliche Tauglichkeit von Herzschmerzpatienten in Frage.

Defibrillator ist kein allheilmittel
Professor Daniele Andreini vom IRCCS Ospedale Galeazzi-Sant’Ambrogio in Mailand, ein Experte für Herzsportmedizin und beteiligt an der Erstellung der COCIS-Leitlinien, klärte in einem Interview mit Gazzetta Active: Ein implantierter Defibrillator rettet zwar Leben, verhindert aber keine Herzrhythmusstörungen. Das bedeutet, dass das Risiko, obwohl reduziert, weiterhin besteht. „Der Defibrillator ist ein Lebensretter, aber er behebt nicht die Ursache des Problems“, so Andreini.
Die italienischen Leitlinien sehen vor, dass Athleten mit einem implantieren Defibrillator die Wettkampfsportausübung einstellen müssen. Dieser Punkt ist, laut Andreini, „schon seit geraumer Zeit geklärt“. Der Fall Eriksen, aber auch der von Bove, verdeutlichen die Komplexität der Situation. Die Rückkehr auf den Rasen ist ein emotionales Thema, doch die Gesundheit der Spieler muss oberste Priorität haben.
Die Bilder von Eriksen, wie er nach dem Zusammenbruch auf dem Spielfeld lag, hallten in den Köpfen vieler nach. Die rasche Reaktion des medizinischen Teams und die sofortige Aktivierung des Defibrillators waren entscheidend für seine Rettung. Doch der Vorfall wirft grundlegende Fragen auf: Wie lange kann ein Sportler mit einer kardialen Vorbelastung sicher spielen? Und wo liegt die Grenze zwischen dem Wunsch, den Sport zu leben, und dem Schutz der eigenen Gesundheit?
Der Pacemaker funktionierte, das ist Fakt. Aber das Herz eines Sportlers ist ein hochsensibles Organ, das unter enormer Belastung steht. Die Frage ist nicht, ob ein Defibrillator helfen kann, sondern ob er alle Risiken beseitigen kann. Und die Antwort, so Professor Andreini, ist ein klares Nein.
