Zuger jubel verpufft: referee wischt tor weg – nyffeler im klemmer

Die Halle tobte, dann herrschte Betroffenheit. Denis Malgin hämmerte die Scheibe ins Netz, EV Zug lag jubelnd auf dem Eis – doch Schiedsrichter Didier Massy hatte schon längst abgewunken. Torhüter Leon Nyffeler war regelwidrig behindert, das Tor zählte nicht. Die Entscheidung sorgte für Tumult, doch die Video-Bilder lügen nicht.

Künzle blockiert nyffelers fanghand – regel 69.3 greift

Der entscheidende Moment folgt auf 8:42 Minuten im zweiten Drittel. Tschechiens Ex-Weltmeister David Kämpf fängt den Puck an der blauen Linie, zieht sofort ab. Vor dem Tor aber legt sich Sven Künzle quer, drückt Nyffelers Fanghandschuh nach unten und verhindert jede Reaktion. Die Situation fällt unter Torhüterbehinderung, Regel 69.3 – klarer Fall für Massy.

Zugs Coach Dan Tangnes schüttelt ungläubig den Kopf, die Crowd buht. Doch die Liga-Unparteiischen haben in dieser Saison bereits 14 Tore wegen Keeper-Blockaden aberkannt, die Quote für Einsprüche liegt bei 0 Prozent. Wer hier protestiert, vergeudet nur seine Challenge.

Die szene im video: 0,8 sekunden, die alles entscheiden

Die szene im video: 0,8 sekunden, die alles entscheiden

Sport-TV zeigt die Slow-Motion unmittelbar danach: Kämpfs Schuss fliegt auf 146 km/h, Nyffelers Stockbewegung kommt 0,28 Sekunden zu spät. Ohne Künzles Kontakt hätte er den Puck wahrscheinlich noch gestoppt. Die Bilder sind so eindeutig, dass selbst Zugs Fan-Anwalt Andy Nötzli im «TeleZug»-Interview einräumt: «Da können wir meckern, wie wir wollen – das Tor war korrekt aberkannt.»

Nyffeler selbst bleibt cool: «Ich spüre den Druck auf dem Handschuh, da ist keine Chance. Gute Entscheidung.»

Punktverlust bringt zug unter drängler-berner-fernglas

Punktverlust bringt zug unter drängler-berner-fernglas

Mit dem 3:4 nach Verlängerung bleibt Zug auf 62 Punkte stehen. Die Berner haben 63, ein Spiel weniger absolviert. Am Freitag gastiert Lugano in der Bossard Arena, danach geht’s nach Davos. Trainer Tangnes muss nun seine Power-Play-Formation umbauen: Malgin droht nach zwei Slashing-Fouls ein Spielrauswurf, Künzle steht wegen wiederholter Torhüter-Kontakte im Fokus der Officials.

Die Statistik zeigt: Teams, die mindestens vier Tore erzielen und dennoch verlieren, verpassen die Play-offs in 68 Prozent der Fälle. Die Post-Season rückt für Zug damit in weite Ferne – und die Schützenfest-Defensive muss endlich dichtmachen, wenn der Traum vom Meistertitel nicht schon im Februar platzen soll.