Voodoo, hexen und fußball: sind mystische kräfte bei der wm am werk?
Die Fußballwelt staunt – und manche tuscheln. Während Harry Kane beim WM-Spiel gegen Ghana ungewöhnlich blass agierte, wird ein ghanaischer Schamane als möglicher Grund ins Gespräch gebracht. Ist es reiner Zufall oder steckt mehr dahinter? Die Schattenseiten des Sports, in denen Aberglaube und Rituale eine überraschend große Rolle spielen, rücken ins Rampenlicht.
Die “verfluchung” von nana kwaku bonsam: ein alter fehdenglanz
Nana Kwaku Bonsam, ein Mann, der sich selbst als “Teufel des Mittwochs” bezeichnet, soll für die missliche Lage von Harry Kane verantwortlich sein. Der Schamane, der bereits 2014 für den Ausfall von Cristiano Ronaldo während der WM in Brasilien verantwortlich gemacht wurde, hatte angekündigt, Kane nicht verletzen, sondern lediglich “schlecht spielen” lassen zu wollen. Ein Wunsch, der in Erfüllung zu gehen scheint. Die Verteidigung der englischen Mannschaft war nicht allein für Kanes Leistungsschwäche verantwortlich, sondern der Aberglaube, der auch den Profis zu spüren scheint.

Von ritualen und hundescharen: die dunkle seite des fußballs
Die Geschichte von Bonsam ist kein Einzelfall. Die WM-Historie ist gespickt mit Berichten über Stregomänner, Vodou-Rituale und bizarre Praktiken. Im Jahr 2010, bei der WM in Südafrika, besetzten lokale Schamanen das Soccer City Stadium mit Gesängen und Tänzen. Vier Jahre später, in Katar, bangte Senegal um ihren Star Sadio Mané, dessen Heilung sich die Verantwortlichen angeblich an Schamanen zu verschreiben wagten – mit dem entsprechenden Ergebnis. Die FIFA sollte eigentlich schon längst offiziell eine Quote für Stregomänner in den Teams festlegen, aber das ist natürlich eine andere Geschichte.

Der fall n’kono: ein bambolotto am pfosten – und ein verhafteter zauberer
Die Anekdoten sind geradezu absurd. Im WM-Jahr 1982, als sich Kamerun erstmals für eine Weltmeisterschaft qualifizierte, wurde ein Dietologe als Strenger ausgegeben. Und 2002, bei der Afrikameisterschaft, wurde der damalige Torwarttrainer Kameruns, Thomas N’Kono, verhaftet, weil er ein Stofftier in der Nähe des Pfostens platziert hatte. Das ist nur ein Beispiel für die immer wiederkehrenden Versuche, das Schicksal einer Mannschaft durch mystische Mittel zu beeinflussen. Die Grenze zwischen Wissenschaft und Magie ist im Fußball manchmal verschwommener, als wir uns eingestehen wollen.
Es ist nicht nur eine Frage des Glaubens, sondern auch des kulturellen Hintergrunds. Die afrikanischen Teams bringen oft ihre spirituellen Überzeugungen mit ins Spiel, was zu einigen der kuriosesten und umstrittensten Momente in der WM-Geschichte geführt hat. Das Turnier in Katar war nicht die erste, und wird auch nicht die letzte Episode sein, in der Aberglaube und Fußball verschmelzen.

Die bittere wahrheit: doping und die dunklen künste
Doch die düsterste Geschichte ist die von Haiti bei der WM 1974. Der Stürmer Ernst-Jean Joseph wurde positiv auf Efedrin getestet – ein Stimulans, das ihn zu einem der ersten gedopingten Fußballspieler in der WM-Geschichte machte. Gerüchte besagten, dass ein Schamane des Diktators des Landes ihm die Pille verabreicht hatte. Das ist der beunruhigende Punkt, an dem Aberglaube und illegale Substanzen zu einem gefährlichen Cocktail verschmelzen.
Die Welt des Fußballs ist oft mehr als nur ein Spiel. Sie ist ein Spiegelbild unserer Kultur, unserer Überzeugungen und unserer tiefsten Ängste. Und manchmal, wenn wir genau hinschauen, entdecken wir, dass die Magie realer sein könnte, als wir denken.
