Olympia geht um mehr als medaillen: haitis langlauf-pionier begeistert italien

Olympia geht um mehr als medaillen: haitis langlauf-pionier begeistert italien

Mailand und Cortina d’Ampezzo sind Schauplatz der Olympischen Winterspiele 2026. Natürlich dreht sich viel um Gold, Silber und Bronze. Doch der wahre olympische Geist zeigt sich in Geschichten wie der von Stevenson Savart (25), dem haitianischen Langläufer, der Geschichte schrieb.

Ein historischer moment für haiti

Beim Skiathlon über 20 Kilometer in Val di Fiemme erreichte Savart als 64. und Letzter das Ziel mit über zehn Minuten Rückstand auf den Sieger, Johannes Hosflot Klaebo (29). Trotzdem erntete er tosenden Applaus. Er ist der erste haitianische Langläufer, der an einem olympischen Wettbewerb teilnahm. Eine Leistung, die weit über den sportlichen Erfolg hinausgeht.

Dankbarkeit und stolz

Dankbarkeit und stolz

Mit einer tiefen Verbeugung bedankte sich Savart bei den Zuschauern, nachdem er bei der Eröffnungsfeier bereits die haitianische Flagge getragen hatte. In einem Interview mit der „SZ“ erklärte er: „Ich bin sehr glücklich, mein Rennen beendet zu haben. Ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Haiti ist der Ort, an dem ich geboren wurde. Ihn zu repräsentieren, macht mich stolz. Die Botschaft ist, dass alles möglich ist, für jeden Haitianer, wenn er das nur möchte.“

Von frankreich nach olympia

Von frankreich nach olympia

Bereits 2022 bei der nordischen Ski-WM in Planica hatte Savart einen Rekord aufgestellt – auch damals war er der erste Langläufer seines Landes bei einer Weltmeisterschaft. Sein Weg zum Erfolg begann mit der Adoption durch eine französische Familie im Alter von drei Jahren in den Vogesen, was den Grundstein für seine Karriere im Wintersport legte.

Die faszination des gleitens

Savart erinnert sich: „Als ich nach Frankreich kam, fuhr mein großer Bruder Ski, und ich war noch nicht alt genug, um in den Skiclub zu gehen. Wenn wir ihn vom Training abholten, hatte ich immer Lust auf dieses Gefühl des Gleitens.“ Dieses Gefühl wird er bei den Spielen in Norditalien noch an drei weiteren Tagen erleben.

Nächste rennen und realistische ziele

Savart wird im Sprint, über zehn Kilometer und auf den 50 Kilometern an den Start gehen. Sein Ziel ist es, das Rennen zu beenden. „Und wenn es brillant läuft, dann erreiche ich vielleicht sogar die Top 40 oder die Top 30“, sagt er bescheiden. Wichtig ist für ihn, dabei zu sein und seine Nation zu vertreten.

Olympische spiele: mehr als nur wettkampf

Die Geschichte von Stevenson Savart zeigt eindrucksvoll, dass die Olympischen Spiele weit mehr sind als nur ein Wettkampf um Medaillen. Es geht um Inspiration, Hoffnung und die Überwindung von Grenzen. Es geht darum, einen Traum zu leben und eine Nation zu repräsentieren. Es geht darum, den olympischen Geist zu verkörpern.