Fußball-legende erlebt wm-debüt mit 88 jahren!
Houston – Ein Applaus brandete auf, als Hartmut Scherzer, ein Mann von fast neunzig Jahren, sich in der Pressekonferenz der deutschen Nationalmannschaft zu Wort meldete. Der erfahrene Journalist, der 17 Fußball-Weltmeisterschaften live erlebt hat, feierte damit ein außergewöhnliches Comeback und begeisterte Reporter und Trainer Julian Nagelsmann gleichermaßen.

Ein leben für den fußball: scherzers unglaubliche bilanz
Hartmut Scherzer ist eine Legende in der deutschen Sportjournalistik. Seit der WM 1962 in Chile begleitet er die deutsche Nationalmannschaft um die Welt, hat Pelé, Maradona und Messi erlebt und jede Generation von Fußballhelden dokumentiert. Mehr als sechs Jahrzehnte lang reiste er um den Globus, um über die Erfolge und Misserfolge des deutschen Teams zu berichten. Seine Berichte, oft als „Gazzetta Mondiale“ bezeichnet, sind ein Muss für jeden Fußballfan.
Es ist bemerkenswert, dass Scherzer trotz seines fortgeschrittenen Alters und der wiederholten Ankündigungen, dass dies seine letzte Weltmeisterschaft sein werde, immer wieder auftaucht. Gestern, in der Nacht italienischer Zeit, nutzte er die Gelegenheit, Julian Nagelsmann vor dem ersten Spiel gegen Curacao eine Frage zu stellen – ein symbolträchtiger Moment vor dem Neustart der Mannschaft nach zwei enttäuschenden Weltmeisterschaften.
Seine Frage zielte darauf ab, das Teamgefühl und die Konzentration vor dem wichtigen Spiel zu erfassen: „Wie fühlt sich das Team vor diesem Debüt?“. Nagelsmann antwortete entschlossen: „Wir denken nicht an die Vergangenheit, sondern nur an den Sieg. Wir konzentrieren uns auf die Leistung der Spieler und unsere Identität. Ich möchte eine brillante Mannschaft sehen.“
Der Mann, der drei Weltmeistertitel der deutschen Nationalmannschaft live erlebte, blickt auf eine beeindruckende Karriere zurück. Mit 16 Jahren verfolgte er 1954 das „Miracle of Bern“. Zusätzlich zu seinen zahlreichen Fußballerlebnissen soll er auch 21 Olympischen Spielen und 33 Tour de France teilgenommen haben. Seine Motivation für diese endlosen Reisen? „Die Leidenschaft. Nur und ausschließlich die Leidenschaft.“
Scherzer’s Antworten auf weitere Fragen waren ebenso prägnant wie unterhaltsam. Sein persönlicher Favorit unter den Weltmeisterschaften? „Deutschland ’74 und Mexiko ’86. Der Dribbling von Diego war pure Kunst.“ Den schlechtesten? „Südkorea gegen Japan 2002 – ein logistisches Alptraum.“ Und der beste Spieler aller Zeiten? „Pelé.“ Bei der Frage nach dem besten italienischen Spieler forderte er eine Liste: „Maldini, Totti, Rivera, Paolo Rossi, Del Piero, Cannavaro, Tardelli, Baggio.“ und fügte dann mit einem Augenzwinkern hinzu: „Aber Roby ist Roby. Ich wähle ihn.“
Mit einem Lächeln verließ Hartmut Scherzer die Pressekonferenz, bereit für seine nächste Reportage – ein unvergesslicher Moment für den Fußball und ein Beweis für die unbändige Leidenschaft eines Mannes, der sein Leben dem Sport gewidmet hat.
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