Wac stürzt ab: kühbauers flucht löst rekord-talfahrt aus

Der Wolfsberger AC war im Oktober noch Zweiter, jetzt zittert er vor dem Abstieg. Die Flucht von Didi Kühbauer zum LASK hat die Kärntner in eine freie Fall geschickt, der sich in Zahlen kaum fassen lässt: neun Punkte aus 14 Spielen, nur ein Sieg unter Ismail Atalan, zwölf Gegentore in den letzten fünf Liga-Partien.

Kühbauer-neffe wurde zur katastrophe

Präsident Dietmar Riegler redete sich nach der 0:2-Pleite in Hütteldorf darauf heraus, man habe „in der ersten Woche noch okay“ gespielt. Dann habe Peter Pacult „seine eigenen Methoden“ durchgezogen. Was heißt: Der Wiener forderte mehr Sprinteinheiten, weniger Freiheiten, ein System mit drei Stürmern. Die Kabine verweigerte. Nach fünf Pflichtspielen war Schluss, Riegler diffamierte seinen Ex-Coach im ORF als „Fehlbesetzung“. Die Sonne über dem Lavanttal schien nie wieder.

Die Transferbilanz liest sich wie ein Lehrbuch dafür, wie man einen Titelträger innerhalb eines Sommers entzaubert. Dejan Zukic fand keinen Abnehmer, Thierno Ballo durfte nach Millwall „üben“, Chibuike Nwaiwu fiel drei Monate aus und wurde erst im Winter für 5,5 Millionen Euro nach Trabzon weiterverschachert. Die Einnahmen kamen zu spät, die Ersatzmänner zu spät. Fabian Wohlmuth ist kein Adis Jasic, Rene Renner kein Maximilian Ullmann. Donis Avdijaj lief bisher 418 Minuten, Ryan Ogam, Austin Uzondu und Raymond Tochukwu existieren nur auf dem Papier.

Atalan steht mit dem rücken zur wand

Atalan steht mit dem rücken zur wand

Seit der Winterpause kassierte der WAC in jedem Spiel mindestens zwei Gegentore. Dominik Baumgartner und Co. wirken wie in Zeitlupe, die Sechs-Punkte-Polster auf Blau-Weiß Linz schrumpfen mit jedem Schlusspfiff. Atalans Bilanz: ein Sieg, zwei Remis, sieben Niederlagen. Die Kicker-Note 4,5 ist noch freundlich.

Am Sonntag geht’s nach Ried. Verliert der WAC dort, könnte die Quali-Gruppe zur Falle werden. Die Fans fragen sich nicht mehr, ob der Club die Klasse hält, sondern wie tief er fallen wird. Die Antwort lautet: bis zur Ersten Liga, wenn nicht jetzt jeder Einzelne in der Kabine begreift, dass der Gegner nicht nur vorne steht, sondern auch im eigenen Kopf.