Union berlin und st. pauli: ein teilerfolg im kampf um die liga

Berlin – Ein müdes 1:1 zwischen Union Berlin und St. Pauli, ein Ergebnis, mit dem sich beide Mannschaften zufrieden geben konnten, auch wenn die Eisernen einen Tick besser aussahen. Steffen Baumgart, der Coach der Hauptstädter, sprach nach dem Spiel von einem „Teilerfolg“ – ein Wort, das die Gemütslage in Köpenick treffend beschreibt.

Die tabelle lügt nicht: sechs spiele, 18 punkte

„Ich finde es interessant, wenn ich höre, keiner schaut auf die Tabelle und keiner zählt die Punkte“, kommentierte Baumgart die gängige Fußballweisheit. Und tatsächlich, der Blick auf die Bundesliga-Rangliste zeigt deutlich: Nur noch sechs Spieltage sind zu gehen, 18 Punkte sind noch zu verteilen – und die Konkurrenz schläft nicht. Baumgart betonte, dass er die Tabelle genau im Auge behält und die sich bietenden Möglichkeiten nutzt. „St. Pauli hat nächste Woche Bayern, und wir wollen in Heidenheim ein Erfolgserlebnis einfahren – dann sind wir unserem Ziel einen Schritt näher.“

Es war ein kampfbetontes Spiel, das wenig für die Zuschauerfreude bot. Nach dem Rückstand zeigten die Berliner zwar „mutig“ auf, wie Baumgart lobte, doch die Chancenverwertung ließ zu wünschen übrig. „Wir hätten das 2:1 machen können, wenn nicht müssen“, bedauerte der Coach. Aber auch Alexander Blessin, der Trainer der Gäste, zeigte sich mit dem Unentschieden zufrieden. „Den Punkt nehmen wir mit.“

Resilienz und der faktor „einfacher ball“

Resilienz und der faktor „einfacher ball“

Besonders hervorzuheben ist die Resilienz der St. Paulianer, die sich im Laufe des Spiels immer wieder zurückkämpfen konnten. „Die ersten 20 Minuten haben die Fans gepusht, gepusht, gepusht – und dann sind sie immer leiser geworden, weil wir es besser in den Griff bekommen haben“, so Blessin. Die Mannschaft habe sich bei zweiten Bällen und im Zweikampfspiel verbessert.

Hauke Wahl, der Abwehrmann von St. Pauli, lobte die Spielweise der Berliner, die sich durch den „einfachen Ball“ auszeichneten. „Das machen sie. Sie sprechen eine Sprache, gehen alle hinterher, haben zwei Stürmer, die stressen, schnell sind und einen guten Körper haben. Und das zweite, was sie können, sind Standards. So ist auch das Tor gefallen.“ Ein Kompliment, das Baumgart gerne annahm. „Ich bin mir relativ sicher, dass jeder, der gegen uns spielt, weiß, dass er nicht gerne gegen uns spielt, weil wir einfache und klare Mittel haben.“

Die Partie offenbarte ein Bild von zwei Teams, die sich intensiv bekämpften, aber spielerisch wenig glänzten. Baumgart fasste es treffend zusammen: „Fußball ist nicht Hacke, eins, zwei, drei, Fußball. Fußball ist ein Kampfsport, wo es um Intensität, Laufbereitschaft und Zweikämpfe geht – und all das hat heute bei beiden Mannschaften gestimmt.“

Mit sieben Punkten Vorsprung auf den Tabellen-16. scheint die Ausgangslage für Union Berlin „sehr gut“ zu sein. Die kommenden Aufgaben werden zeigen, ob die Eisernen diesen Vorteil nutzen und sich den Klassenerhalt tatsächlich sichern können. Die Hamburger hingegen hoffen, dass der Punkt in Berlin ihnen hilft, den negativen Trend zu stoppen – auch wenn der Wert des Punktes am Ende der Saison sich erst zeigen wird.