Super league: wer verpflichtet wen? kaufoptionen unter der lupe!
Die Transferperiode in der Super League ist ein ständiges Auf und Ab. Leihtransfers sind dabei ein fester Bestandteil der Strategie vieler Vereine, um kurzfristige Probleme zu lösen oder das Team punktuell zu verstärken. Doch wer plant wirklich mit den Leihspielern für die Zukunft? Wir werfen einen kritischen Blick auf die aktuellen Leihgaben mit Kaufoption und werten ein, ob sich ein bleibender Transfer für die Klubs tatsächlich lohnen könnte – in einer ersten Analyse.

Duranville, koindredi und co.: hoffnung oder fehlinvestition?
Der FC Basel 1893 hatte mit Julien Duranville eine vielversprechende Leihgabe aus Dortmund geholt. Der Youngster zeigte jedoch nur in Phasen sein Potential, ein Tor und eine Vorlage in bisherigen Einsätzen sind zu wenig für einen Spieler dieser Klasse. Zwar endet der Vertrag im Sommer ohne Kaufoption, aber eine vereinbarte Weiterverkaufsbeteiligung könnte den Bebbi finanziell zugutekommen. Ähnlich hoch waren die Erwartungen bei Koba Koindredi, der mit großem Tamtam von Lausanne an die Elbstrasse kam. Ludovic Magnin war Feuer und Flamme, doch die Leistungen des Franzosen waren alles andere als konstant, und Diskussionen über seinen Einsatzwillen kamen immer wieder auf. Eine Kaufoption wurde zwar ausgehandelt, doch ein Verbleib in Basel scheint unwahrscheinlich.
Im Osten der Schweiz herrscht ebenfalls Unklarheit. Alessandro Vogt und Aliou Baldé bilden ein gefährliches Sturmduo beim FC St.Gallen 1879, und die Espen besitzen eine Kaufoption für Baldé. Allerdings ist die Summe eine finanzielle Herausforderung. Es ist durchaus denkbar, dass die St.Galler den Spieler abgeben, um selbst einen Gewinn zu erzielen. Auch Tiemoko Ouattara fällt in diesen Bereich, wobei die Kaufoption voraussichtlich deutlich geringer ausfallen wird. Enrico Maassen scheint den Spielmacher allerdings nicht vollends zu überzeugen. Colin Kleine-Bekel, der dritte Leihspieler, kommt aktuell kaum zum Einsatz und wird im Sommer wohl zurück zum VfL Bochum wechseln.
Der FC Zürich präsentiert ein ähnliches Bild. Matthias Phaeton, der lange als einer der wenigen Lichtblicke galt, wurde nach einer fehlenden Einstellung von Coach Hediger auf die Tribüne befördert – ein klares Signal, dass die Kaufoption wohl nicht gezogen wird. Nelson Palacio hingegen hat sich im Mittelfeld der Zürcher etabliert und dürfte in den Verbleibsplänen des Klubs eine wichtige Rolle spielen. Eine Verpflichtung ist daher sehr wahrscheinlich.
In Wallis ist die Lage eindeutig: Winsley Boteli, der Leihspieler von Borussia Mönchengladbach, überzeugt mit einer beeindruckenden Quote von 77 Minuten pro Tor. Der FC Sion wird die Kaufoption ernsthaft prüfen, obwohl die Ablösesumme von rund 3,5 Millionen Euro eine beträchtliche Investition darstellt. Lamine Diack hingegen wird wohl zurück nach Nantes wechseln, da keine Kaufoption besteht.
Beim FC Lugano ist die Situation noch etwas anders. Claudio Cassano, der im Sommer vom Partnerklub Chicago Fire kam, erlitt im Januar einen Kreuzbandriss und fällt für den Rest der Saison aus. Trotz seines jungen Alters und seines Potentials ist es durchaus möglich, dass die Bianconeri die Kaufoption ziehen, da ein Rückkehr in die MLS wenig attraktiv wäre.
Die Leihspieler-Bilanz der Super League ist somit ein Spiegelbild der unterschiedlichen Strategien der Vereine: Manche setzen auf langfristige Verpflichtungen, andere wollen lediglich kurzfristig punktuell verstärken. Ob sich die Investitionen lohnen werden, wird die Zukunft zeigen.
