Stellantis-chef tavares: millionenbonus trotz abgang!
Rom, Italien – Ein überraschendes Detail bei der Jahreshauptversammlung von Stellantis sorgte für Aufsehen: Obwohl Carlos Tavares am 1. Dezember 2024 von seinem Posten als CEO zurücktrat, erhält er für das Jahr 2025 eine Gesamtvergütung von immensen 11,928 Millionen Euro. Ein Paragraphenschieben, so scheint es, der die Frage aufwirft, wie sich die strategische Ausrichtung des Unternehmens unter neuer Führung wirklich gestaltet.
Die zahlen sprechen eine deutliche sprache
Die Entscheidung der Aktionäre, Tavares diesen Bonus zuzusprechen, steht in krassem Kontrast zu der Vergütung seines Nachfolgers, Antonio Filosa, der lediglich 5,42 Millionen Euro einstreicht. Auch der Präsident des Unternehmens, John Elkann, erhielt mit 2,45 Millionen Euro deutlich weniger. Es ist ein Muster, das bereits 2022 zu beobachten war, als der ehemalige FCA-CEO Mike Manley nach der Fusion mit PSA einen Abgangsbonus von satten 51,2 Millionen Euro erhielt.
Die Zahlen offenbaren eine gewisse Anomalie: Tavares, der das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr verlassen hat, wird für die Leistungen des Jahres 2025 entlohnt, während Filosa, der seit Juni 2025 das Ruder übernommen hat, eine deutlich geringere Summe erhält. Die Diskrepanz ist enorm und wirft Fragen nach der Ausgestaltung von Managementverträgen im Automobilsektor auf.

Neuausrichtung und schwierige entscheidungen
Antonio Filosa, der die Herausforderung annimmt, Stellantis in eine neue Ära zu führen, betonte in seiner Rede zur Hauptversammlung, dass das Jahr 2025 ein „Übergangsjahr“ war, geprägt von „harter Arbeit“. Er kündigte bereits im Februar 2026 eine Anpassung der Strategie an, die mit rund 22 Milliarden Euro an Belastungen verbunden war – ein schmerzhafter, aber notwendiger Schritt, um das Unternehmen langfristig zu stabilisieren. „Diese Maßnahmen waren schmerzhaft, aber notwendig, um die Richtung zu korrigieren, unser operatives Modell zu stärken und die langfristige Wertschöpfung zu schützen“, so Filosa.
Die strategische Überprüfung, wie Filosa betonte, sei umfassend gewesen. Er erhofft sich für 2026 eine Verbesserung der Nettoumsätze, der Margen und des Cashflows. John Elkann lobte Filosas Führungsstil: „Seit seinem Amtsantritt im Juni 2025 hat Antonio das Unternehmen mit einer auf die Menschen ausgerichteten Denkweise geführt und gleichzeitig die Unternehmensprioritäten neu definiert.“
Doch die Frage bleibt, ob diese Neuausrichtung ausreicht, um die Herausforderungen der Elektromobilität und der zunehmenden Konkurrenz zu meistern. Die Zahlen allein erzählen nicht die ganze Geschichte.
Die Hauptversammlung bestätigte zudem John Elkann als Verwaltungsratsvorsitzenden und Robert Peugeot und Henri de Castries als weitere Verwaltungsräte. Die Ergebnisse des ersten Quartals 2026 werden am 30. April veröffentlicht. Der neue strategische Plan von Antonio Filosa wird am 21. Mai vorgestellt – ein entscheidender Termin, der zeigen wird, ob Stellantis den Kurs tatsächlich wenden kann.
