Romano-krise: champions-ambitionen zerplatzen – was nun?
Rom – Die Luft in der Ewigen Stadt ist dünn. Nach der ergebnislosen Gründlichkeit gegen Inter droht die AS Rom nicht nur ein weiteres verpasstes Champions-League-Jahr, sondern eine existenzielle Frage: Können die Friedkin wirklich aus ihren Investitionen etwas Sinnvolles machen? 116,5 Millionen Euro wurden im Sommer und Winter investiert, und am Ende steht die bittere Erkenntnis, dass das Team wieder am gleichen Punkt steht wie unter den vorherigen Trainern.
Die infortuni-hölle und ein angeschlagener mancini
Die Defensive, einst Bollwerk, hat nun Löcher wie ein Schweizer Käse. Die Verletztenliste liest sich wie ein Who’s Who der Stammspieler: Dybala, Koné, Wesley – und nun auch noch Gianluca Mancini, der sich im Derby gegen Juventus Turin verletzte. Das Zusammenspiel aus Ausfällen und mangelnder Abstimmung ist verheerend. Der späte Ausgleichstreffer von Federico Gatti für Juventus war nicht nur ein sportlicher Dämpfer, sondern ein Schlag ins Gesicht für die Moral der Mannschaft. Er brachte Trainer Gasperini in eine Situation, in der das Rennen um die Europa-League-Qualifikation zur Lotterie wird.

Gasperini unter druck: ist der umbruch gescheitert?
Die Bilanz der letzten Wochen ist alarmierend: Ausrutscher in der Europa League, drei von vier Ligaspielen verloren. Die Defensive hat sich im Vergleich zum Hinrundenspiel merklich verschlechtert. Waren es damals lediglich zwölf Gegentore, so sind es in den letzten zwölf Spielen schon 16. Die Frage, die sich nun jedem Römer Fan stellt, ist, ob Gasperinis Ankunft wirklich das Problem gelöst hat. Er übernahm ein Team, das mit zwei Trainerwechseln in der vergangenen Saison kämpfte, und hat bisher lediglich einen Punkt mehr geholt als sein Vorgänger.
Die Friedkins müssen sich fragen, ob die Millionenströme wirklich den gewünschten Effekt erzielt haben. Denn die Statistik ist unerbittlich: Seit 2004-05 hat die Roma in einer Saison schon so viele Spiele verloren. Vieles deutet darauf hin, dass es nicht nur an der Qualität des Kaders liegt. Spieler wie N’Dicka weisen nicht einmal annähernd ihre normale Leistung auf. Die Erwartungen an die Neuzugänge Malen, Robinio Vaz, El Aynaoui, Ghilardi und Ziolkowski wurden bisher nicht erfüllt.
Die nächsten Spiele gegen Pisa und Atalanta werden entscheidend sein, um zumindest die Europapokal-Teilnahme zu sichern. Doch die Zeichen stehen nicht gut. Die Roma muss nun zeigen, ob sie die Klasse hat, sich aus dieser Krise zu befreien, oder ob die Friedkins erneut ein Jahr in die Verlustspalte schieben.
