Roma und juve am abgrund: die champions league als letzte rettung

Rom und Juventus Turin verbrennen seit fünf Jahren über 1,5 Milliarden Euro. Der heutige Abend, an dem sich beide Vereine duellieren, ist mehr als nur ein Spiel – es ist ein Kampf ums Überleben.

Die bittere realität der italienischen topclubs

Die bittere realität der italienischen topclubs

Die Kosten sinken, die Bilanzen verbessern sich langsam, aber ohne die lukrativen Prämien der Champions League ist die finanzielle Nachhaltigkeit nur eine Illusion. Ein Blick auf die Zahlen spricht eine deutliche Sprache: Juventus steht mit -58 Millionen Euro im Minus, Rom folgt dicht dahinter mit -54 Millionen. Im krassen Gegensatz dazu stehen Vereine wie Inter (+35 Millionen) und Atalanta (+38 Millionen), die solide wirtschaftlich arbeiten.

Über die letzten fünf Saisons summierte sich der Verlust von Rom auf 642 Millionen Euro, bei Juventus sind es sogar unglaubliche 847 Millionen Euro. Inter und Milan haben zwar auch Defizite angehäuft, diese konzentrierten sich aber auf die Anfangsjahre. Napoli und Atalanta hingegen bewegen sich bereits im positiven Bereich. Zusammen haben Rom und Juventus 1,5 Milliarden Euro durch die Lappen gehen lassen – eine astronomische Summe.

Natürlich spielte auch die Corona-Pandemie eine Rolle, aber die Hauptursache liegt in den enormen Personalkosten, die in keinem Verhältnis zu den sportlichen Erfolgen stehen. Die Eigentümer mussten mehrfach tief in die Tasche greifen, um die Löcher zu stopfen und den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten.

Seit die Friedkin-Gruppe im August 2020 die Kontrolle über Rom übernahm, wurden fortlaufend Gelder zugeschossen. Allein zu Beginn lasteten bereits 150 Millionen Euro an Gehältern und 90 Millionen Euro an Abschreibungen auf die Bilanz. Die sportlichen Leistungen blieben hinter den Erwartungen zurück, der Gewinn des Conference League Titels 2022 brachte lediglich 21 Millionen Euro ein, die Europa League-Finalteilnahme im darauffolgenden Jahr 32 Millionen Euro. Der amerikanische Milliardär musste also immer wieder seine Ressourcen einsetzen, um die roten Zahlen zu kaschieren. Insgesamt flossen 824 Millionen Euro in den Verein, darunter 50 Millionen Euro in dieser Saison.

Auch die Eigentümer von Juventus Turin griffen tief in die Kasse. Exor, die Holdinggesellschaft der Agnelli-Familie, hat in den letzten fünf Jahren 446 Millionen Euro bereitgestellt. Berücksichtigt man auch die Kapitalerhöhungen durch Minderheitsaktionäre, ergibt sich eine Gesamtsumme von 698 Millionen Euro, die sich mit einer Kapitalerhöhung aus dem Jahr 2019 auf fast eine Milliarde Euro (998 Millionen Euro) beläuft. In Turin wurden die Mittel vor allem eingesetzt, um die Fehler der Ronaldo-Ära zu korrigieren, als Juventus zwar in Italien dominant war, aber versuchte, mit der europäischen Elite mitzuhalten. Die Pandemie setzte dem Ganzen dann den finalen Schlag.

Die jüngsten Bilanzen lassen jedoch hoffen. Sowohl Rom als auch Juventus konnten die Verluste durch drastische Kostensenkungen reduzieren. Rom reduzierte Gehälter und Abschreibungen um 80 Millionen Euro, Juventus sogar um 150 Millionen Euro. Entsprechend sank der Verlust von Rom von 219 Millionen Euro im Jahr 2021/22 auf -58 Millionen Euro im Jahr 2024/25. Für die laufende Saison wird ein weiterer Rückgang erwartet. Juventus verbesserte sich von -239 Millionen Euro auf -58 Millionen Euro im gleichen Zeitraum.

Die Musik der Champions League hallt wie eine Obsession in den Köpfen der Finanzverantwortlichen wider. Wenn Rom und Juventus die positive Entwicklung der Bilanz nachhaltig festigen und endlich autark werden wollen, müssen sie sich unbedingt für die Königsklasse qualifizieren. Es geht nicht nur um die UEFA-Prämien: die internationale Bühne steigert auch den Markenwert und den Wert der Spieler, was sich positiv auf alle Einnahmen auswirkt. Die Zahlen lügen nicht: Nur wer in der Champions League spielt, kann langfristig bestehen.