Rohde springt vor: pforzheim setzt auf notnagel statt sommerplan

Dirk Rohde sitzt schon vor der Kamera, noch bevor die Presseabteilung offiziell sendet. Der 34-Jährige ist da, wo er eigentlich erst 2026 hinwollte: auf der Bank des 1. CfR Pforzheim. Die Nullnummern haben gereicht, um den Verein zu zwingen, den Zeitplan zu sprengen.

Als Thomas Herbst im Oktober die Koffer packte, galt Rohde als heißer Favorit. Doch „private Gründe“ blockierten die sofortige Lösung, Armin Redzepagic übernahm als Interimslösung. Drei Spiele, drei Remis – für den Abstiegskampf ein halbes Magengeschwür. Vier Punkte Vorsprung auf die roten Plätze, das reicht nicht, um durchzuatmen.

Redzepagic wusste sofort: jetzt oder nie

Redzepagic wusste sofort: jetzt oder nie

Am Montagabend stand der Bosnier vor der Mannschaft, erklärte, warum er freiwillig zurücktritt. „Der Verein muss zuschlagen, wenn die Chance da ist“, sagte er. Kein Sarkasmus, keine Träne. Nur die nüchterne Erkenntnis, dass drei Unentschieden im Sinkflug nur Verzögerung sind, keine Rettung.

Rohdes Feuerprobe folgt sofort. Am Samstag spielt Pforzheim bei TSV Essingen, Tabellendritter, Auswärtsstärke, Horrorprogramm. Kein Testspiel, keine Eingewöhnung. Der neue Coach muss Ergebnis statt Philosophie liefern, sonst ist der Vorsprung schneller weg als die Hoffnung.

Die Frage, welche privaten Hürden im Herbst noch existierten, bleibt offen. Der Klub schweigt, Rohde auch. Für die Fans zählt nur die Tabelle, und die nagt seit Wochen an den Nerven. Wenn Essingen verloren geht, steht Pforzheim mit dem Rücken am Abgrund. Dann helfen keine Erklärungen mehr, nur noch Punkte.