Parma zieht britschgi durch den em-kandidaten-katapult – yakin schaut schon
Sascha Britschgi war vor zwölf Monaten noch ein Name für FCL-Interna, heute ist er Italiens jüngster Abwehrchef mit Schweizer Pass – und damit heißes Eisen in Murat Yakins EM-Küche.
Die Kurve ist brutal. Drei Super-League-Spiele für Luzern, dann Transfer zu Parma, plötzlich 25 Serie-A-Einsätze, davon 20 als Starter. Zahlen, die selbst er selbst vor dem Flug nach Emilia-Romagna für Science-Fiction hielt.
Die mutter schenkt das selbstvertrauen, der ernährungsplan die beine
„Ich spiele mit freiem Kopf“, sagt er beim SRF, und meint damit vor allem den zwischen den Ohren. Die Mentalität hat er von seiner Mutter, die ihm einbrockte: „Wenn du den Ball suchst, sucht er dich nie.“ Also sucht er ihn selbst – auf Position rechts, links, zentral, als Sechser. Wo Not am Mann ist, klebt Parma-Coach Pecchia das Schweizer Multitool.
Die Krämpfe, die ihn in der U18 noch lähmen konnten, hat er sich abtrainiert. Torta fritta? „Nur an Feiertagen“, sagt er und lacht trocken. Stattdessen Quinoa, Magnesium, Mikrozyklus-Steuerung. Britschgi funktioniert wie ein Taktgeber: 92 % Passquote, 1,8 Ballgewinne pro Spiel, 11 km Schnitt – Werte, die in Yakins Excel-Sheet grün leuchten.

Parma liefert das probedeckel, bern die lizenz
Die EM 2024 rückt näher, mit ihr die Frage, wer Yakins Rechtsverteidiger neben Ricardo Rodríguez spielt. Widmer? Mbabu? Beide stagnieren. Britschgi dagegen sammelt Wettkampfpraxis gegen Chiesa, Leão, Griezmann – und rutscht nicht einmal aus.
Die U21 will er zuerst in die Endrunde führen, das steht fest. Aber die A-Nati? „Wenn die Leitung klingelt, nehme ich ab“, sagt er und grinst wie ein Schuljunge, der gerade merkt, dass der Lehrer seine Hausaufgabe lobt.
Parma plant bereits die Kaufoption, Luzern kassiert eine Nachschlagsmillion. Britschgi selbst kassiert Minuten, Erfahrung, und bald vielleicht einen Flug nach Berlin statt Bern. Wer hätte das gedacht? Er selbst. Und seine Mutter.
