Neuer fußball-präsident: staat muss endlich mehr geld geben!

Rom – Der italienische fußball steht am Scheideweg. Der neue Präsident des italienischen Fußballverbandes (FIGC) wird vor einer enormen Herausforderung stehen: Er muss den Staat überzeugen, mehr finanzielle Mittel für den Sport bereitzustellen. Eine längst überfällige Reform, wenn Italien weiterhin im internationalen fußball mithalten will.

Die zahlen lügen nicht: ein vergleich mit europa

Die zahlen lügen nicht: ein vergleich mit europa

Die Situation ist klar: Italien hinkt hinterher. Während Frankreich mit 1,8% der Wettumsätze und Portugal mit beeindruckenden 3,5% der Einnahmen in den Sport reinvestieren, verharrt Italien in einem trägen Zustand. Die Wettumsätze sind explodiert – im Jahr 2024 wurden allein 22,8 Milliarden Euro eingenommen, davon entfielen 16,1 Milliarden auf den fußball. Das ist ein unglaublicher Wert, der aber nur wenig in die Förderung des Sports fließt.

Die Forderung der FIGC ist daher unmissverständlich: Ein fester Prozentsatz, mindestens 1%, dieser Einnahmen sollte in die Jugendförderung und die Infrastruktur fließen. Das sind mindestens 160 Millionen Euro, die dringend benötigt werden, um die Grundlagen für eine erfolgreiche Zukunft zu legen. Es geht nicht um Gehaltserhöhungen für Stars, sondern um die Basis, um den Nachwuchs zu fördern und moderne Stadien zu bauen.

Ein Blick über die Alpen: Das französische Modell

Frankreich zeigt, wie es geht. Durch die Abführung von 1,8% der Wettumsätze an die Agence Nationale du Sport (ANS) werden sowohl der Breitensport als auch die Eliten gefördert. Die Gelder fließen in den Bau von Sportstätten und die medizinische Versorgung der Athleten. Ein Modell, das Italien dringend adaptieren sollte.

Das portugiesische Vorbild: Direkt in die Taschen der Verbände

Noch ambitionierter ist der Ansatz Portugals. Hier werden 3,5% des Umsatzes aus Fußballwetten direkt an den portugiesischen Fußballverband und die Profi-Liga ausgeschüttet. Das bedeutet jährlich rund 40 Millionen Euro für den Verband – ein beträchtlicher Teil seines Budgets. Dieser Ansatz garantiert eine direkte finanzielle Stärkung des nationalen Fußballs.

Neben Portugal sind auch Griechenland und die Türkei interessante Beispiele. Griechenland teilt einen Teil der Wettgewinne an die Sportvereine, während die Türkei durch Spor Toto einen zentralisierten Mechanismus geschaffen hat, der den Vereinen Einnahmen generiert. Jedes Modell hat seine Vor- und Nachteile, aber eines ist klar: Italien muss handeln.

Die Zeit des Zögerns ist vorbei. Der neue FIGC-Präsident muss mit Nachdruck auf eine Reform drängen und den Staat zur Einzahlung bewegen. Nur so kann der italienische fußball wieder zu alter Stärke finden und die internationalen Konkurrenten herausfordern. Die Zukunft des italienischen Fußballs hängt davon ab.