Londoner suv-alarm: khan plant straßen-steuer für goliath-autos

Sadiq Khan will den Goliath zähmen. In wenigen Wochen könnte London eine zusätzliche SUV-Steuer einführen – pro Tag, pro Fahrzeug, sofort fällig. Der Grund: In 20 Jahren verzehnfachte sich die Zahl der Geländewagen in der britischen Hauptstadt von 80.000 auf 800.000. Das ist kein Trend mehr, das ist eine Invasion.

Die Zahlen liefern Khan Munition: Ein Aufprall mit einem SUV erhöht das Todesrisiko für Kinder um 77 Prozent. Die Fahrzeuge sind oft zu breit für Standard-Parklücken, verengen Radwege und blockieren an Kreuzungen die Sicht auf querende Fußgänger. Transport for London (TfL) listet 43 Gegenmaßnahmen auf – von KI-gestütztem Fahndungssoftware bis zu 1.000 neuen Zebrastreifen. Die Vision: Null Tote bis 2041.

Die fronten hinter den regenbogenfassaden der city

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Die Autoindustrie wittert Diskriminierung. Mike Hawes, Chef der Society of Motor Manufacturers and Traders, verwahrt sich gegen „Populismus statt Technik“. Milliarden seien in Notbremsassistenten und Fahrerlenkungssysteme geflossen. „Größe allein ist kein Sündenregister“, sagt er – und spielt die Mobilitätskarte: Handwerker, Familien, Lieferdienste bräuchten Platz.

Auf der Gegenseite mobilisieren Elterninitiativen wie „Solve the School Run“. Nicola Pastore hört täglich Beschwerden von Müttern und Vätern, die sich vor den Schulen eingekesselt fühlen. „Unsere Kinder werden auf dem Schulweg zur Zielscheibe“, sagt er. Eine Londoner SUV-Steuer sei „nur ein Einstieg“, das eigentliche Ziel: ein nationales Limit für Fahrzeugbreiten.

Khan kann sich auf Erfolge berufen. Seit Einführung der 20-Meilen-Zonen sank die Unfallzahl um 34 Prozent, die Todesfälle um ein Viertel. 262 Menschen leben, die 2022 vermutlich gestorben wäre, heißt es im Rathaus. Doch der nächste Schritt wird teuer: Wer seinen SUV in die Innenstadt lenkt, soll künftig neben der Congestion Charge und der Ultra-Low-Emission Zone eine zusätzliche tägliche Gebühr zahlen – Betrag noch offen, Signal schon jetzt klar.

Die Debatte entzweit nicht nur Großbritannien. Paris diskutiert ein SUV-Verbot an Wochenenden, Berlin prüft höhere Parkgebühren. Die Frage lautet nicht mehr, ob das SUV-Modell Zukunft hat, sondern: Wie viel Stadt dürfen sich einzelne Fahrzeuge noch nehmen? London liefert jetzt eine Antwort – mit dem Druck der Tasche.