Kloten bindet åberg mit dolles-seitenhieb auf davos
Pontus Åberg bleibt, Davos muss zittern. Der EHC Kloten hat den Schweden zwei Tage nach dem 1:8-Debakel gegen den HCD fest an die Schürre gelegt – und sendt damit ein Signal in der gesamten National League.
Warum dieser vertrag mehr ist als nur personalgewurschtel
Åberg kam zweimal als Spätjahres-Notnagel, zweimal schoss er Tore, die zwischen Playoff-Rausflug und Weiterkommen entschieden. Sechs Spiele, drei Punkte, eine Präsenz, die sich in die Hirnwindungen der Gegner brennt. Jetzt unterschreibt der 30-Jährige bis 2028 – und bringt seine Frau sowie zwei kleine Töchter mit, was in der Klubsprache heißt: „Wir kaufen keine Ersatzbank, wir kaufen ein Gesicht.“
Die Zahlen klingen bescheiden, riechen aber nach Nachschub. In 41 Partien für die ZSC Lions sammelte Åberg 20 Punkte, meist als energischer Middle-Six-Winger. In Kloten durfte er nur kurz sprinten – und traf prompt. Sein Expected-Goals-Value von 1,14 pro 60 Minuten lag über Ligadurchschnitt, sein Backhand-Release ist schneller als die meisten Schweizer Internetverbindungen.
Coach Kevin Schlaepfer hatte ihn im März zum „Mismatch-Generator“ erklärt: groß genug für Boards-Arbeit, clever genug für Slot-Umbrüche. Mit dem neuen Kontrakt rückt Åberg in die Top-Nine, wo neben Josh Mahura und Lino Martschini endlich jemand steht, der schon mal Playoff-Finalspiele in der SHL gewonnen hat.

Die botschaft an den rest der liga
Während andere Klubs auf Teufel-komm-raus-Slots für North-Americans pokern, baut Kloten Kontinuität. Sportchef Reto Kläy verlängerte zuletzt Verteidiger Severi Immonen, jetzt Åberg – beide waren ursprünglich Interimslösungen. Die Devise: Wer liefert, darf bleiben. Die Konsequenz: Die Kabine erhält eine DNA, die nicht alle zwei Wochen neu sequenziert wird.
Åberg selbst schreibt aus dem Sommerhaus in Värmdö: „Ich wollte nicht wieder zum dritten Mal neu einziehen.“ Die Familie mietete in Niederhasli bereits eine Wohnung mit Garten, die Kinder haben einen Platz im Hockey-Camp. Das ist in der NL, wo Spieler oft wie Airbnb-Gäste behandelt werden, kein Luxus, sondern ein Statement.
Und Davos? Der selbe Gegner, der Kloten am Sonntag in die Schneeschmelze schickte, muss nun befürchten, dass genau jener Åberg im entscheidenden Februarspiel die Scheibe durch die Schoner drückt. Die Liga kennt das Gesetz: Wer Kloten unterschätzt, kassiert einen Schweden mit Scorer-Glaubensbescheinigung.
2028 ist weit weg, in der NL aber eine Ewigkeit. Bis dahin will Åberg laut internem Zettel mindestens 50 Punkte und eine Playoff-Runde. Die Fans haben schon ein neues Lied parat: „Åberg, Åberg, Pontus Åberg – er bleibt bis zur Ewigkeit.“ Die Melodie ist schräg, die Botschaft glasklar: Kloten zieht die Kette zu, und der Gegner spürt den Schlag.
