Jena wirft bohannon raus – und riskiert den klassenerhalt

Science City Jena schmeißt einen Ausländer raus, um Platz für den nächsten zu machen. Der Aufsteiger trennt sich vier Spieltage vor Schluss von Forward Naz Bohannon – und gibt damit ein Lebenszeichen der Verzweiflung ab.

Der us-amerikaner war nur noch ballast

Bohannon, zuletzt am 18. Februar gegen Bayern eingesetzt, stand seit fünf Wochen nicht mehr im Kader. Grund: Neuzugang Jack Pagenkopf beansprucht als sechster Nicht-Deutscher den letzten Ausländer-Slot. In der BBL darf maximal ein halbes Dutzend Amerikaner, Australier oder sonstige „Importe“ auf dem Spielberichtsbogen stehen. Jena hatte sieben. Also flog der Mann mit den geringsten Minuten.

Die Statistik ist gnadenlos: 22 Einsätze, 5,6 Punkte im Schnitt, 38 Prozent aus dem Feld. Kein Rebound-Wunder, kein Verteidigungsrakete. Ein Rollenspieler, der seine Rolle nicht mehr bekam. „Einvernehmlich“ – das Wort klingt in der Pressemeldung wie ein Pflaster auf einer Schnittwunde, die sich Jena selbst zugefügt hat.

Die uhr tickt für jena

Die uhr tickt für jena

Mit 6-22-Siegen stehen die Thüringer auf dem vorletzten Platz. Die Abstiegszone schnappt zu wie eine Falle. Jena braucht mindestens zwei Siege aus den letzten vier Partien, um die Rote Laterne abzugeben. Dafür setzt Sportdirektor Ralph Junge jetzt auf Frische statt Kontinuität. Pagenkopf soll als Stretch-Four den Boden öffnen, den kleinen Ball beschleunigen. Ob das reicht, ist offen.

Bohannon indessen verschwindet erstmal vom Radar. Kein Klub meldet sich, kein Agent spricht. Für ihn beginnt die Sommerpause früher als geplant – und für Jena beginnt der Kampf ums Überleben. Die Klingen sind jetzt noch ein Stück schärfer geworden.