Italienischer fußball: entscheidungslosigkeit vor dem präsidentenwahl!

Rom bebt! Während die Nationalmannschaft weiterhin unter dem verpassten WM-Traum leidet und der Rücktritt von Gabriele Gravina die Machtverhältnisse erschüttert hat, richtet sich der Blick des italienischen Fußballs auf die bevorstehende Präsidentenwahl. Die Osterfeiertage konnten die Unsicherheit nicht vertreiben – im Gegenteil, sie hat die politische Gemengelage noch weiter angeheizt.

Der 22. juni: mehr als nur ein termin

Der 22. juni: mehr als nur ein termin

Am 22. Juni soll die Entscheidung fallen, doch der eigentliche Kampf wird bereits jetzt hinter den Kulissen geführt. Bis zum 13. Mai können sich Kandidaten bewerben, und diese Woche könnte entscheidend sein. Es geht um mehr als nur die Wahl eines Präsidenten; es geht um die Zukunft des italienischen Fußballs und die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2030.

Der Name, der im Moment am lautesten gehandelt wird, ist Giovanni Malagò. Der erfahrene Sportfunktionär genießt internationales Ansehen und verfügt über ein Netzwerk, das seinesgleichen sucht. Seine Fähigkeit, Wahlergebnisse vorherzusehen, grenzt an Wahrsagerei – eine Eigenschaft, die in der turbulenten Welt des italienischen Fußballs von unschätzbarem Wert ist. Aber Malagò ist nicht unangefochten. Giancarlo Abete, der charismatische Präsident der Lega Nazionale Dilettantistica (LND), positioniert sich als sein möglicher Gegenspieler. Seine jüngsten Aussagen, wonach eine umfassende Diskussion notwendig sei, um ein erneutes „Kommissariats“ zu vermeiden, lassen durchscheinen, dass er sich nicht mit einem vorgefertigten Ergebnis zufrieden geben will. Die LND kontrolliert stolze 34% der Stimmen in der Wahlversammlung – eine Macht, die man sich nicht leisten kann zu ignorieren.

Doch die Überraschungen könnten noch nicht vorüber sein. Gerüchte über die Kandidatur eines bekannten Fußballers, Namen wie Maldini oder Del Piero werden geflüstert, tauchen aber immer wieder auf. Selbst Albertini, der bereits 2014 kandidierte, hält sich im Hintergrund, unterstützt von der Associazione Italiana Calciatori (AIC). Diese taktischen Spielchen, das Verschieben von Kandidaten, das Ausspielen von Karten – all das ist Teil des Spiels, aber birgt die Gefahr, dass die dringend benötigte Reform des italienischen Fußballs auf der Strecke bleibt. Die Angst vor einem erneuten „Kommissariats“, einer Einmischung der Politik, ist allgegenwärtig.

Die Uhr tickt. Die nächsten fünf Wochen werden zeigen, ob die italienischen Fußballfunktionäre aus ihren Fehlern gelernt haben und eine stabile Basis für die Zukunft schaffen oder ob das Land erneut in eine Krise gestürzt wird. Denn eines ist klar: Die Welt schaut zu.