Italienische liga plant kurskorrektur: derby-chaos soll der vergangenheit angehören

Rom – Der italienische Fußball steht vor Veränderungen. Nach dem chaotischen Saisonfinale, das von verpatzten Derbys und einem dramatischen Zwischenfall in Turin überschattet wurde, will die Serie A-Liga künftig stärker in die Spielplanerstellung eingreifen. Präsident Ezio Simonelli deutete an, dass die Ansetzung von Spitzenspielen am letzten Spieltag vermieden werden soll – eine Maßnahme, die auf breite Zustimmung stößt.

Derby-desaster und verpasste champions-league-chance

Die jüngsten Ereignisse hatten es in sich: Das Derby di Roma fiel zeitgleich mit dem Finale der Italian Open ins Haus, was zu logistischen Problemen und einem hitzigen Austausch zwischen Behörden führte. Noch schlimmer aber war der Vorfall in Turin, wo ein Juventus-Fan bei gewalttätigen Auseinandersetzungen schwer verletzt wurde. Das Spiel musste um über eine Stunde verschoben werden, was wiederum die Parallelität der Spiele um die Champions-League-Qualifikation gefährdete. Ein Szenario, das sich nie wiederholen darf, so Simonelli.

„Wir werden einen Parameter einfügen, um solche Situationen zu vermeiden“, erklärte der Liga-Präsident in einem Interview mit Radio Anch’Io Sport. „Es gibt natürlich viele Variablen, die bei der Erstellung des Spielplans berücksichtigt werden müssen, aber die Vermeidung von Derbys am letzten Spieltag wird eine Priorität sein.“ Die Perfektion sei zwar unerreichbar, aber ein erster Schritt sei getan.

Kritik an den ultras und appell an die vernunft

Kritik an den ultras und appell an die vernunft

Simonelli ließ wenig Verständnis für die Gewalttäter in Turin erkennen. „Es ist beschämend, dass eine kleine Gruppe von Kriminellen den gesamten Wettbewerb trüben kann“, so der Präsident. Er betonte die Solidarität mit dem verletzten Fan und lobte die Arbeit der Sicherheitskräfte. Besonders harsch äußerte sich Simonelli zur vermeintlichen Übermacht der Ultras: „Es ist absurd, dass eine Minderheit von Fans das Recht beansprucht, über die Austragung eines Spiels zu entscheiden. Ich verstehe nicht, warum sich Vereine und Spieler so unterworfen den Anordnungen der Ultras zeigen.“

Die Saison neigt sich dem Ende zu, und die Liga zieht Bilanz. Trotz des trüben Endes sprach Simonelli von einem „spannenden und fairen Wettbewerb“. Er hob insbesondere den Aufstieg des FC Como hervor, der in nur vier Jahren von der Serie D in die Champions League aufgestiegen ist – ein beispielloser Erfolg. Auch die Rückkehr der AS Rom in den europäischen Wettbewerb und die Rettung des FC Lecce wurden gewürdigt. Der Präsident widersprach zudem den Stimmen, die dem italienischen Fußball eine Krise attestieren: „Die Zuschauerzahlen und die Fülle an interessanten Geschichten sprechen für sich.“

Die Frage, ob die Serie A in Zukunft mit weniger Teams gespielt wird, verneinte Simonelli. Eine solche Änderung sei nur im Konsens mit allen Beteiligten möglich. Der Fokus liege nun auf der Verbesserung der Spielplanerstellung und der Stärkung der Sicherheit im Stadion. Der italienische Fußball muss sich wandeln, um seine Attraktivität zu bewahren – und das beginnt mit der Vermeidung von Derby-Chaos.