Hoeneß' berater-kritik löst gegenwind aus: neblung schießt zurück

Streit um upamecano-poker: hoeneß' aussagen sorgen für eskalation

Uli Hoeneß, Ehrenpräsident des FC Bayern München, hat mit seiner Kritik an Spielerberatern für Aufsehen gesorgt. Insbesondere im Zuge der zähen Vertragsverlängerungsgespräche um Dayot Upamecano kündigte Hoeneß an, „verstärkt ‚Nein‘ sagen und diesen Wahnsinn nicht mitmachen“ zu wollen. Diese Äußerungen haben nun eine deutliche Reaktion von Jörg Neblung, einem erfahrenen Spielervermittler, hervorgerufen.

Neblung kritisiert „platten populismus“

Neblung kritisiert „platten populismus“

Jörg Neblung, der unter anderem Torhüter Stefan Ortega vertritt, bezeichnete Hoeneß' Aussagen als „platt“ und „heillosen Populismus“. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur betonte er, dass die Bayern oft zornig reagieren, wenn ihre Vorstellungen nicht erfüllt werden. Er kritisierte, dass in solchen Fällen oft die Berater in die Kritik geraten, während der Spieler selbst – wie im Fall Upamecano – die eigentliche Entscheidung trifft. „Das ist das Lächerliche“, so Neblung.

„Wir haben keine prokura“: die rolle der berater

Neblung stellte klar, dass Berater keine Vollmacht besitzen. „Wir haben keine Prokura.“ Vielmehr sei es die Aufgabe des Beraters, dem Spieler verschiedene Optionen aufzuzeigen. Er wies darauf hin, dass Vereine oft versuchen, einen Keil zwischen Spieler und Agenten zu treiben und dass es immer einen Machtkampf zwischen beiden Seiten gibt. „Mal hat der Spieler, mal der Verein die bessere Position“, erklärte er.

Hoeneß' kritik am verdienst der berater

Uli Hoeneß hatte zuvor bemängelt, dass der Verdienst von Spieleragenten oft in keinem Verhältnis zu ihrer Leistung stehe. Er kritisierte die hohen Honorare, die oft gefordert und auch gezahlt werden. Auch Matthias Sammer, Berater bei Borussia Dortmund, hatte sich gegen die Beraterszene ausgesprochen und sogar deren Abschaffung gefordert. Diese Aussagen wurden jedoch von der Spielerberater-Vereinigung in Deutschland zurückgewiesen.

Agenten als vermittler im komplexen fußballmarkt

Jörg Neblung verteidigte die Existenzberechtigung von Agenten. Er betonte, dass es einen Markt für jeden Spieler gibt und dass sowohl Vereine als auch Berater diesen Markt bedienen. „Wir zeigen dem Spieler auf, welche Alternativen es gibt.“ Er wies darauf hin, dass Vereine in erster Linie ihre eigene Agenda verfolgen und oft langfristige Verträge mit jungen Spielern abschließen, ohne ausreichende Ausstiegsklauseln oder ein ausgewogenes Interessenverhältnis.

Klubs tragen zur entstehung von beratern bei

Laut Neblung haben die Klubs selbst zur Entstehung und zum Aufstieg der Berater und Vermittler beigetragen. Durch ihre Geschäftspraktiken schufen sie die Notwendigkeit für eine unabhängige Vertretung der Spielerinteressen. Er sieht das Verhältnis zwischen Vereinen und Spielern als ein dynamisches Spiel, in dem sich die Machtverhältnisse ständig verschieben. Die lange Hebelwirkung in Verhandlungen erfordert eine professionelle Begleitung durch erfahrene Berater.