Hecking springt in wolfsburg in den kalten abstiegskessel – und matthäus lacht

Dieter Hecking hat am Sonntag die Trümmer des VfL Wolfsburg übernommen – und schon am Samstag muss er beim Tabellendritten TSG Hoffenheim antreten. Die Fans fragen sich: Warum erst jetzt? Lothar Matthäus fragt sich: Warum ausgerechnet jetzt?

Matthäus' timing-kritik trifft den nagel auf den kopf

„Wenn du Wolfsburg-Fan bist, sagst du: Hoffentlich gerade noch rechtzeitig“, spottete der Sky-Experten nach der 1:2-Pleite gegen den Hamburger SV. Die Wahrheit klingt härter: Erst nach drei Niederlagen in Folge, nach dem 0:4 in Stuttgart und dem 2:3 gegen Augsburg, schlug der Klub zurück. Trainer Daniel Bauer und Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen wurden versetzt. Der Zeitpunkt ist alles andere als optimal.

Die Tabelle spricht Bände: Platz 17, vier Zähler Rückstand auf den Relegationsrang. Die nächsten Gegner: Hoffenheim, Leipzig, Dortmund. Hecking startet mit einem Schlag ins Gesicht, statt mit einem Geschenk. Matthäus: „Den Wechsel mache ich nach Stuttgart, nicht nach Hamburg. So fährt man nach Hoffenheim – das ist ein ganz ungünstiger Zeitpunkt.“

Der mythos hecking steht vor seinem härtesten comeback

Der mythos hecking steht vor seinem härtesten comeback

Der 59-Jährige kennt die Gegend. Von 2013 bis 2016 führte er den VfL zur Vizemeisterschaft und zum Pokalsieg. Doch das war ein anderer Verein, andere Spieler, andere Chemie. Jetzt muss er eine Mannschaft retten, die sich selbst nicht mehr erkennt. Die Defensive wackelt, die Offensive verballert Chancen, die Moral schwankt zwischen Resignation und Panik.

Die Frage ist nicht, ob Hecking die Qualität hat – die Frage ist, ob er noch acht Spieltage hat, um sie einzusetzen. Die Antwort lautet: Nein. Jeder Punkt jetzt zählt doppelt. Das Heimspiel gegen den HSV war die letzte echte Chance, das Ruder herumzureißen. Verpasst. Verkackt. Verheizt.

Die Wolfsburger haben sich selbst in die Ecke gestellt. Hecking muss jetzt beweisen, dass er auch aus der Ecke herausboxen kann – gegen Hoffenheim, gegen Leipzig, gegen die eigene Geschichte. Die Uhr tickt. Die Liga lacht. Und Matthäus hat schon den nächsten Satz parat: „Wenn das nicht klappt, ist es nicht nur der Zeitpunkt, der falsch war – dann war alles falsch.“