Goretzka-transfer: milan lockt, bayern zieht sich zurück – wer zahlt das gehalt?

Leon Goretzka steht vor dem Absprung. Der deutsche Mittelfeld-Routinier wird den FC Bayern im Sommer verlassen, das bestätigte Sportvorstand Max Eberl am Rande des Trainingslagers in Doha. Die Frage ist nur: Wohin? Und vor allem: Wer bezahlt ihm die neun Millionen Euro Jahresgehalt, die er in München kassiert?

Milan hat die nase vorn – aber nur, wenn der preis stimmt

Die AC Milan hat Goretzka laut italienischen Medien bereits signalisiert, dass man ihn für maximal fünf Millionen Euro pro Saison verpflichten würde. Ein Dreijahresvertrag ist im Gespräch, obwohl der 31-Jährige nicht ins RedBird-Profil passt, das auf jüngere Spieler setzt. Doch Trainer Paulo Fonseca drängt auf eine sofortige Verstärkung im Mittelfeld – und Goretzka bietet sich an. Er kann als Sechser, Acht oder sogar als hängende Spitze spielen. Seine 1,90 Meter bringen Druck in den Strafraum, seine Passspiel-Intelligenz passt in ein System, das zwischen 4-2-3-1 und 3-4-3 wechselt.

Die Konkurrenz schläft nicht. Juventus Turin hat Goretzka auf der Liste, auch Arsenal London hat sich erkundigt. Doch Milan ist derzeit der einzige Klub, der konkrete Zahlen genannt hat. Die Rossoneri wollen nicht über den Sommer warten, weil sie befürchten, dass Goretzka nach der WM 2026 ein anderes Angebot annimmt.

Die zahlen, die seine karriere erzählen

Die zahlen, die seine karriere erzählen

Goretzka war nie ein Spieler, der mit Dribblings glänzt. Seine Stärke ist die Kontrolle: Tempo vorgeben, Räume zuschnüren, den Ball sicher nach vorne tragen. In der Bundesliga-Saison 2024/25 lief er 19-mal von Anfang an auf, dazu kamen neun Einwechslungen. Die Defensivwerte halten sich: 1,9 Tackles, 1,4 Interceptions pro 90 Minuten – das ist sein Sechser-Jahresdurchschnitt. Offensiv aber bröckelt es: Die Schüsse pro Spiel halbierten sich von 2,17 auf 1,17, die Vorlagen sind seit zwei Spielzeiten ausgeblieben.

Trainer Vincent Kompany setzt lieber auf Aleksandar Pavlović und João Palhinha – beide jünger, beide schneller im Umschalten. Goretzka saß in der Champions-League-K.o.-Phase nur einmal auf der Bank, beim 0:2 in Bergamo. Es war das Signal: Deine Zeit ist hier vorbei.

Warum milan trotzdem zahlen will

Warum milan trotzdem zahlen will

Der Milan-Mittelfeld-Motor stottert. Rade Krunić ist nach Fenerbahce verschwunden, Ismaël Bennacer fällt bis November aus, Yacine Adli überzeugt nur phasenweise. Goretzka würde sofort die Führung übernehmen – nicht nur auf dem Platz. In der Kabine gilt er als Sprecher, in München war er Teil des Spielerrats. Sein Englisch ist fließend, seine Italienisch-Kenntnisse grundlegend, was bei Fonseca Pflicht ist.

Die Ablöse fällt moderat aus: null Euro. Bayern will keine Transfergebühr, um die Gehaltslast zu senken. Milan könnte Goretzka mit Boni auf bis zu sieben Millionen Euro heben, wenn die Qualifikation für die Champions League klappt und der Klub die Serie A unter den ersten Vier beendet. Ein Risiko, aber kein großes: Nach drei Jahren wäre Goretzka 34 – und könnte nach MLS oder in den Nahen Osten wechseln.

Die entscheidung fällt vor dem pokalfinale

Die entscheidung fällt vor dem pokalfinale

Goretzka will spätestens nach dem DFB-Pokalfinale am 24. Mai wissen, wo er 2026/27 spielt. Sein Berater Jörg Neubauer hat einen Fahrplan: bis 30. April erste Angebote sammeln, bis 15. Mai die Liste auf drei Klubs reduzieren, danach verhandeln. Milan hat sich gemeldet, Juventus ebenfalls. Arsenal wartet ab, weil man erst den neuen Trainer präsentieren will.

Die Wahrscheinlichkeit steht 60:40 für Italien. Goretzka mag das Leben in München, aber er will spielen. Und er will gewinnen. Die Serie A bietet ihm beides: eine Startelf-Garantie und die Chance, mit Milan endlich wieder das zu holen, was der Klub seit 2011 nicht mehr schaffte: die Meisterschaft.

Wenn Milan den Vertrag bis Ende April unterschreibt, ist der Deal perfekt. Sonst wird Goretzka zum Free Agent und wartet auf das nächste Angebot. Eines ist klar: Er wird nicht billiger.