Eberl unter druck: hoeneß stellt zukunft des bayern-bosses in frage
München – Die Gerüchte schwelen schon seit einiger Zeit, nun hat Uli Hoeneß sie mit seiner Äußerung öffentlich befeuert: Die Zukunft von Sportvorstand Max Eberl beim FC Bayern ist ernsthaft ungewiss. Der Ehrenpräsident äußerte sich in einem Gespräch mit dem Spiegel äußerst kritisch und stellte die Chancen auf eine Fortsetzung des Engagements des 52-Jährigen über 2027 hinaus auf lediglich 60 Prozent.
Hoeneß' zweifel: eine kampfansage an eberl
Die Worte des Ehrenpräsidenten hallen nach. Hoeneß bestätigte, dass es im Aufsichtsrat des FC Bayern tatsächlich Zweifel an Eberls Arbeit gibt. Diese Äußerungen sind eine klare Kampfansage an den Sportvorstand und bedeuten, dass Eberl sich bis zur Aufsichtsratssitzung Ende August beweisen muss, wenn über eine vorzeitige Vertragsverlängerung entschieden wird. Es ist kein Geheimnis, dass die Beziehung zwischen Eberl und den Bayern-Ikonen Hoeneß und Rummenigge in der Vergangenheit immer wieder von Spannungen geprägt war – insbesondere in Bezug auf Eberls vermeintliche Alleingänge bei Transferverhandlungen.
Kritik an teuren Transfers und fehlender Rücksprache
Vorwürfe wurden Eberl schon immer wieder gemacht, er habe Transfers zu teuer abgewickelt und sich zu selten die Expertise von Hoeneß und Rummenigge zugeholt. Die Vertragsverlängerungen von Dayot Upamecano und Alphonso Davies stehen dabei exemplarisch für die Kritik. Doch nun scheint sich das Blatt zu wenden.

Saibari und brown: eberls rettungsanker?
In den vergangenen Wochen konnte Eberl offenbar mit einigen cleveren Transfercoup einiges an Kredit aufbauen. Die Verpflichtungen von Ismael Saibari und Nathaniel Brown für rund 100 Millionen Euro wurden von den Verantwortlichen positiv aufgenommen. Beide Spieler waren frühzeitig im Fokus Eberls, und die Transfers liefen reibungslos über die Bühne. „Solche Transfers entstehen nicht aus dem Moment heraus, sondern aus vorausschauender Arbeit“, betonte Eberl selbst.
Allerdings ist das Budget des FC Bayern nahezu erschöpft. Der Aufsichtsrat erwartet von Eberl, dass er nun aktiv wird und Spieler verkauft, um die entstandenen Ausgaben wieder auszugleichen. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein.

Wer muss gehen, um neue spieler zu ermöglichen?
Bereits erste Transfererlöse wurden erzielt: Daniel Peretz, Alexander Nübel und Jonah Kusi-Asare haben den Verein verlassen. Jonathan Asp Jensen steht vor einem Wechsel nach Spanien, und Noel Aseko wechselt zu Eintracht Frankfurt. Sacha Boey, Joao Palhinha, Bryan Zaragoza, Hiroki Ito und Minjae Kim stehen ebenfalls auf der Verkaufsliste, allerdings liegen für diese Spieler noch keine attraktiven Angebote vor.
Davies' Position könnte sich ändern
Die Verpflichtung von Nathaniel Brown könnte sogar dazu führen, dass Alphonso Davies in Zukunft nicht mehr als gesetzt gilt. Auch wenn der Kanadier aktuell fest eingeplant ist, könnte ein Abgang im Sommer 2027 durchaus in Erwägung gezogen werden. Die Uhr tickt für Max Eberl. Er muss dem Aufsichtsrat bis Ende August überzeugende Argumente liefern, um seine Zukunft in München zu sichern. Nur so kann er die 60 Prozent von Hoeneß in eine hundertprozentige Chance verwandeln.
