Como: die wahrheit hinter dem millionenloch – ein sport-imperium entsteht!

Der Como Calcio, gerade erst wieder in der Serie A angekommen, scheint mehr zu sein als nur ein Fußballverein. Die indonesische Familie Hartono hat nicht nur tief in die Kasse gegriffen, sondern auch ein komplexes Geflecht an Unternehmen aufgebaut – und das hat Auswirkungen auf die Bilanz.

Die verschleierung des wahren verlustes

Während die isolierte Betrachtung von Como 1907 einen Verlust von 105 Millionen Euro ausweist, offenbart die konsolidierte Bilanz für das Geschäftsjahr 2024/25 ein deutlich düstereres Bild: 132 Millionen Euro. Dieser Unterschied resultiert aus der Struktur des Unternehmens, das weit über den reinen Fußballbetrieb hinausgeht. Die Hartonos haben eine Art „Galaxie“ rund um den Verein errichtet, bestehend aus Sent Academy, Sent Property, Sent Retail und Sent Digital – alles unter dem Dach von Sent Entertainment Italy.

Was bedeutet das für den Fußball? Das Ziel ist klar: Diversifizierung der Einnahmequellen. Neben sportlichen Erfolgen und dem Verkauf von Spielern sollen auch Immobilien, Einzelhandel und digitale Inhalte zur finanziellen Stabilität beitragen. Ein ambitioniertes Vorhaben, das aber eben auch hohe Anfangsinvestitionen erfordert.

Ein start-up im fußballgewand

Ein start-up im fußballgewand

Der Como Calcio wird im Grunde wie ein Start-up behandelt. Die Investitionen der Familie Hartono summieren sich bereits auf beeindruckende 390 Millionen Euro. Im Moment überwiegen die Kosten, insbesondere die Personalkosten – 86 Millionen Euro für Spieler und Trainer bei Como 1907 allein, und 94 Millionen Euro für das gesamte Konzernpersonal. Die Einnahmen, insbesondere durch Merchandising, sind noch im Aufbau.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der Umsatz von Como 1907 beläuft sich auf 48 Millionen Euro, während der Gesamtumsatz des Konzerns bei 55 Millionen Euro liegt. Der Vorstand ist jedoch zuversichtlich. Präsident Suwarso betonte in einem Interview mit der Gazzetta dello Sport, dass das Unternehmen derzeit noch 75 Millionen Euro unterhalb der UEFA-Grenzen liege. Er argumentiert, dass der Como Calcio ein einzigartiger Fall sei, der in nur zwei Jahren vom Abstieg zurück in die Serie A bis hin zu möglichen europäischen Spielen geführt habe.

Die UEFA erlaubt aufgrund der besonderen Umstände – insbesondere für Erst- oder Nachzügler in der europäischen Bühne – einen gewissen Spielraum beim Financial Fairplay. Ob Como diesen Spielraum nutzen kann, um die Anforderungen langfristig zu erfüllen, bleibt abzuwarten. Die Entwicklung des Konzerns wird genau beobachtet – sowohl von den Fans als auch von den Finanzexperten.

Fazit: Der Como Calcio ist mehr als nur ein Fußballverein. Er ist ein Experiment, ein Versuch, ein Sport-Imperium aufzubauen, das über den grünen Rasen hinausgeht. Ob dieses Vorhaben gelingt, wird die Zukunft zeigen – die ersten Anzeichen sind jedoch vielversprechend, wenn auch kostspielig.