Brandt verabschiedet sich: lachende fußballmomente statt abschiedsschmerz
Dortmund – Julian Brandt steht vor dem Abgang, nach sieben Jahren im schwarz-gelben Trikot. Doch anstatt von Melancholie geprägt zu sein, genießt der 29-Jährige die letzten Auftritte in der Signal Iduna Park Arena. Ein Abschied mit einem Augenzwinkern, ohne den Blick in eine ungewisse Zukunft richten zu müssen.

Ein letztes aufbäumen vor dem neustart
Gegen Bayer Leverkusen, seinen Ex-Klub, durfte Brandt wieder von Beginn an auf dem Rasen stehen. Ein Moment, um das Publikum zu grüßen, die Atmosphäre aufzusaugen und die Fans, die seinen Namen brüllend anfeuerten, noch einmal zu hören. Es war das drittletzte Heimspiel seiner Dortmunder Zeit, ein Spiel, das er mit einer spürbaren Spielfreude bestritt. Brandt wirbelte, tänzelte, suchte Räume und Mitspieler – so, wie nur er es kann, mit einer Leichtigkeit, die von der tiefen Verbundenheit zum Ball zeugt.
Natürlich gab es auch mal einen etwas unsauberen Abschluss, eine vergebene Chance. Doch das trübte das Gesamtbild nicht. Brandt spielte mit dem Ball, als wäre es ein altes Bekanntes, und genoss jeden Moment auf dem Platz. Es war ein Auftritt voller Emotionen, aber ohne den Lasten eines Abschieds.
„Irgendwann spürt man bestimmt ein bisschen Wehmut, aber ich fühle mich jetzt nicht wie auf einer Abschiedstournee“, bemerkte Brandt nach dem Spiel bei Sky. Und das ist auch zu spüren. Die Freude am Fußball, die Leidenschaft für den Sport – das sind die Dinge, die im Moment überwiegen. „Mir macht es Spaß, hier zu spielen, mir macht es Spaß, in anderen Stadien zu spielen, mir macht es grundsätzlich Spaß, diesen Beruf auszuüben, solange ich fit bin.“
Die Frage, was die Zukunft für den Nationalspieler bringen wird, bleibt offen. Brandt schließt nichts aus, hat „viele Ideen“, möchte sich aber vorerst auf die wichtigen Spiele mit dem BVB konzentrieren. „Das muss man sauber beenden, und dann hat man genug Zeit, sich Gedanken zu machen, wie es weitergeht.“
Europäisches Ausland, Bundesliga, neue Abenteuer – alles scheint möglich. Brandt will keine Türen vorzeitig zumachen und lässt die Spekulationen laufen. „Grundsätzlich schließe ich gar nichts aus“, sagt er mit einem verschmitzten Lächeln. „Aber es gibt schon Dinge, die ich bevorzuge, und es gibt Dinge, die ich mir zum jetzigen Zeitpunkt eher nicht vorstellen kann.“
Und so bleibt abzuwarten, wohin ihn sein Weg führen wird. Aber eines ist sicher: Julian Brandt wird auch in Zukunft mit seiner Spielweise begeistern und die Fußballwelt erfreuen. Sein Abschied von Dortmund wird zweifellos ein emotionaler Moment sein, aber er wird ihn mit einem Lächeln und der Gewissheit verabschieden, eine großartige Zeit im schwarz-gelben Trikot erlebt zu haben.
