Abschied statt option: grupe verlässt die eulen ludwigshafen
Mats Grupe hat sich entschieden – und die Eulen Ludwigshafen verlieren ihren jungen Torwart. Nachdem der 22-Jährige seine Ausstiegsklausel gezogen hatte, schien eine Verlängerung noch möglich. Doch nun ist klar: Im Sommen ist Schluss.
Vertrauen reichte nicht für einen neuanfang
„Wir möchten Mats gerne halten“, hatte Geschäftsführer Domenico Marinese noch im Januar betont. Die sportliche Leitung um Trainer und Management war bemüht, das Talent von der zweiten Liga ins erste Glied der Eulen zu heben. Doch Grupe will mehr. „Ich möchte eine neue sportliche und persönliche Herausforderung annehmen“, erklärt er knapp. Der nächste Schritt soll woanders erfolgen – wohin, das schweigt sich der Keeper noch aus.
Sein Werdegang liest sich wie ein Lehrbuch der deutschen Handballausbildung: Nach Jahren bei den Rhein-Neckar Löwen kam er im Februar 2023 an den Rhein, absolvierte 56 Pflichtspiele, hielt den Kasten sauber, wurde zum Publikumsliebling. Doch hinter Žiga Urbic, Philipp Wenning und Roko Peribonio blieb er oft Stückwerk. Spielzeit unter brennender Sonne der Erwartung – das reicht ihm nicht mehr.

Neue gesichter zwischen den pfosten
Die Eulen reagieren prompt. Bereits verpflichteten sie Janis Boieck vom HC Oppenweiler-Backnang für zwei Jahre. Wenning, das Eigengewächs aus dem Leistungszentrum, unterschrieb letzte Woche einen Einjahresvertrag. Nun jagt Sportchef Marinese noch einen weiteren Schlussmann, um das Torhüter-Rad komplett zu drehen. Die Kandidatenliste ist kurz, die Entscheidung soll binnen Tagen fallen.
Für Grupe bleibt bis Saisonende nur eins: „Alles für die Eulen geben, um mit dem Klassenerhalt die Saison zu krönen.“ Dann will er sich „anständig von den tollen Fans verabschieden“. Ein Satz, der wie ein Abschiedskuss klingt – und der die Eulen erstmals seit Langem ohne deutschen Nachwuchskeeper in die neue Spielzeit starten lässt.
