22. Juni wird gewählt, doch der krimi entscheidet sich schon am 13. mai

Der Wahltag steht fest, die Wahl aber ist längst gelaufen. Am 22. Juni tagt die F-Calcio-Versammlung, um einen neuen Präsidenten zu küren. Doch wer bis zum 13. Mai keine Kandidatur einreicht, darf zuschauen. Die Deadline ist der echte Schlusspfiff.

Nur ein name steht fest: giovanni malagò

Nur ein name steht fest: giovanni malagò

Der frühere CONI-Chef hat das internationale Parkett, die Kontakte, die Macht. Er kann Wahlen gewinnen, ohne Zaubertrick – nur mit Kopfrechnen. Wer ihm Paroli bieten will, muss sich beeilen. Die Uhr tickt. Fünf Wochen, das klingt nach Zeit, ist aber ein Wimpernschlag im Machtgefüge des italienischen Fußballs.

Giancarlo Abete, Präsident der Serie-D-Liga, schickt erste Warnschüsse. Er spricht vom Risiko eines erneuten Regierungskommissars, sollte kein Kandidat die 51-Prozent-Hürde nehmen. Die LND hält 34 % der Stimmen – ein Brocken, der sich nicht automatisch hinter Abete stellt. Ein Block, der aber niemanden kalt lässt.

Die Liste der möglichen Kontrahenten liest sich wie ein Mixtape der vergangenen 30 Jahre: Abete, der alte Stratege. Maldini, die Legende. Del Piero, der Gentleman. Albertini, der schon 2014 antrat. Alle sind sie Teil eines Szenarios, das sich in letzter Sekunde entzünden könnte. Ziel: Stimmen klauen, Mehrheit verhindern, Chaos ermöglichen.

Dahinter steckt eine simple Rechnung: Drei Kandidaten, keine absolute Mehrheit, Kommissars-Licht aus. Das wäre die perfekte Einladung für die Politik, wieder vom Zaun zu brechen. Und genau das wollen viele verhindern, nachdem der Fußball sich gerade erst aus dem letzten Drama erholt hat.

Die Taktik ist klar: Entweder man liefert bis Mai ein durchgestyltes Programm ab – oder man schickt kurz vor Schluss einen Promi ins Rennen, der genug Stimmen abfängt, um Malagò zu schwächen. Ein Spiel mit offenem Ende.

Die Frage ist nicht mehr, ob es Alternativen gibt, sondern ob sie bereit sind, sich vor den Karren werfen zu lassen. Wer jetzt zögert, verliert. Wer zu früh auftritt, wird auseinander genommen. Die fünf Wochen bis 13. Mai sind kein Countdown, sondern ein Freiluft-Schach, bei dem alle Figuren schon auf dem Brett stehen – nur der König noch fehlt.

Und während die Bundesliga ihre Play-offs feiert und die Premier League den Meister krönt, schaut Italien auf einen stillen Kalender. Kein Ball rollt, aber die Eierkocher in den Büros laufen auf Hochtouren. Die Wahl ist das neue Derby. Am Ende zählt nur eines: 51 %. Alles andere ist Schönrednerei.