Genoa zittert, roma blitzt: das duell, das beide seiten nicht verlieren dürfen
Am Sonntag rollt der Ball in Marassi, und schon vor dem Anpfiff riecht die Luft nach Zitterkram. Der FC Genoa hat daheim drei der letzten vier Spiele gewonnen, doch die Roma blieb in 20 der jüngsten 21 Serie-A-Duelle gegen die Rossoblù ungeschlagen. Einer muss nachgeben – und beide wissen, dass ein Pleite tagelang nachhallt.

Der grifone will sich freikämpfen, die giallorossi den vierten platz klammern
Die Zahlen sprechen laut. Genoa kassierte 52 Gelbe und zwei Rote, die meisten Fouls der Liga. Trainer Alberto Gilardino wird seine Mittelfeld-Riege wohl wieder auf Brechstange schalten müssen, um Donyell Malen zu stoppen – sechs Tore in sieben Partien seit seinem Wechsel, ein Tempo, das selbst die Kurve vor Begeisterung schneller pochen lässt.
Roma-Coach Daniele De Rossi dagegen kann auf Paulo Dybala zurückgreifen, der nach Adduktorenproblemen wieder einsatzfähig ist. Die Statistik-Spezialisten von Sisal erwarten mindestens sechs Schüsse aufs Tor der Liganeulinge – und das bei einem X2-Doppelteffekt, der seit Wochen in den Wettquoten steigt. Wer die Ecke zählt, kommt kaum vorbei: Mit 136 Standards (Schnitt 5,0 pro Spiel) steht Roma auf Platz vier der Liga, ein Reservoir, das De Rossi gerne anzapft.
Für Gian Piero Gasperini, einst Erfolgstrainer des Klubs, wird es ein Wiedersehen voller Erinnerungen: 232 Serie-A-Spiele, 88 Siege – Rekord. Doch der Mann von der Atlantik-Küste schielt nicht in die Vergangenheit. „Wir brauchen Punkte, keine Tränen“, sagte er nach dem 1:0 in Udine. Die Roma hat zwei Remis in den letzten drei Partien verbucht, der Vorsprung auf Atalanta schmolz auf drei Zähler. Zeit, den vierten Platz zu verzurren.
Die letzte Begegnung im Olimpico endete mit Tränen bei De Rossi, diesmal drohen sie den Gästen aus Genua. Die Luft in Marassi wird kochen – und am Ende zählt nur, wer die Nerven länger behält.
