Gemüse-mix: weniger ist mehr – ernährungstipps von expertin fiorentini

Wer denkt, ein bunter Gemüseteller ist immer die gesündeste Wahl, irrt. Maila Fiorentini, biologische Ernährungsberaterin, warnt: Zu viel Gemüse auf einmal kann dem Verdauungssystem zusetzen. Die Gazzetta Active hat mit ihr über die Dosierung und die richtige Zusammenstellung gesprochen.

Die gefahr der überfülle: warum ein gemüsemix nicht immer gut tut

Es ist ein weitverbreiteter Irrtum, dass mehr Gemüse immer besser ist. Fiorentini erklärt: „Eine übermäßige Menge an Gemüse, insbesondere bei Personen, die nicht daran gewöhnt sind oder ein empfindliches Verdauungssystem haben, kann zu Blähungen, Flatulenzen, Krämpfen und sogar zu Verdauungsstörungen wie Durchfall oder Verstopfung führen. Auch die Aufnahme bestimmter Mineralstoffe kann dadurch beeinträchtigt werden.“

Besonders kritisch ist die Kombination bestimmter Gemüsesorten. FODMAP-reiche Gemüsesorten wie Brokkoli, Blumenkohl, Kohl und Chicorée können bei Menschen mit Reizdarm-Syndrom zu Fermentationen und Beschwerden im Unterbauch führen. Auch Gemüsesorten mit hohem Vitamin-K-Gehalt, wie Spinat und Grünkohl, können die Wirkung von blutverdünnenden Medikamenten beeinflussen – hier ist Rücksprache mit dem Arzt unerlässlich.

Die richtige zubereitung macht den unterschied

Die richtige zubereitung macht den unterschied

Nicht nur die Auswahl, sondern auch die Zubereitung spielt eine entscheidende Rolle. Langes Kochen zerstört hitzeempfindliche Vitamine wie Vitamin C und reduziert die Aufnahme von Mineralien wie Eisen und Kalzium. „Bei Bedarf sollte man Gemüse nur kurz kochen und wenig Wasser verwenden. Noch besser ist es, im Dampf zu garen, um Vitamine und die Konsistenz zu erhalten. Eine Pfannen-Zubereitung mit etwas Wasser und Olivenöl sorgt für knuspriges Gemüse, während das Backen im Ofen den Nährstoffverlust minimiert.“

Fiorentini empfiehlt eine Kombination aus Zucchini, Aubergine, Karotten, Pilzen und pachino-Tomaten in der Pfanne, verfeinert mit Zwiebeln aus Tropea. Minestrone sollte man nur selten und in Maßen genießen – idealerweise nach einer kleinen Portion rohes Gemüse.

Um übermäßigen Kalorien- und Salzverbrauch zu vermeiden, rät die Expertin zu einem bewussten Einsatz von Kräutern und Gewürzen. „Vorzugsweise sollten es keine scharfen Gewürze sein, und bei Blutverdünnern ist besondere Vorsicht geboten.“

Die Faszination für gesunde Ernährung darf jedoch nicht übertrieben werden. Ein ausgewogener Speiseplan, der Freude bereitet und den individuellen Bedürfnissen entspricht, ist der Schlüssel zu langfristigem Wohlbefinden. Weniger ist oft mehr – insbesondere wenn es um den Gemüseteller geht.