Vom finals-blues zum eastbourne-debakel – paolini stolpert mit tränen ins rasen-chaos

Die italienische Tennisrakete Jasmine Paolini stand gestern beim Rasen-Turnier von Eastbourne erstmals in der Startposition Nummer eins – und verlor ihr Debüt. Drei Spielbälle hätten gereicht. Stattdessen schluchzte sie sich am Netz aus, nachdem sie zwei Matchbälle verbrannt und einen ungeschickten Vorhandfehler ins Aus gedroschen hatte. Das 0:3 aus eigenem Service im dritten Satz war nur noch Makulatur.

Der fluch des vorjahres beginnt am fuß

Ein Jahr nach dem Doppelsieg bei Roland Garros mit Sara Errani und nur 24 Monate nach ihrer Traumfinalteilnahme in Wimbledon wirkt Paolini wie eine Sportlerin, die vergessen hat, wie man gewinnt. Die Statistik für 2026 lautet: 17 Niederlagen, 11 Siege – mehr Blut als Schweiß. Der Grund schmerzt buchstäblich: eine Entzündung im Mittelfuß, die seit Februar nicht ausheilt und jeden Sprungblock zum Zucken bringt. „Es fühlt sich an, als würde jemand mit einem Schraubenschlüssel gegen meinen Schuh schlagen“, sagte sie nach dem Match, wobei sie ihre rechte Socke abstreifte und den geröteten Knochen zeigte.

Mentalcoach und technik-tuning scheitern

Mentalcoach und technik-tuning scheitern

Was die medizinische Abteilung nicht richten kann, versucht ihr neuer Mentalcoach mit Atemübungen und Visualisierung. Das Ergebnis: Paolini startete in Eastbourne mit der Aggressivität einer Kämpferin, brach aber in den entscheidenden Momenten in sich zusammen. Die Trainerbank diskutiert lautstark über Griffwechsel und Aufschlagposition, doch die Gegnerin nutzt jeden Zweifel. Beim Stand von 5:4 und 40:15 im zweiten Satz schlug sie den zweiten Aufschlag wie in Zeitlupe – der Return landierte unerreichbar auf der Linie.

Die italienische Presse spricht bereits vom „Fall der Toskanischen Titanin“, und die Wettbüros senken ihre Wimbledon-Quoten von 14:1 auf 65:1. Für die 28-Jährige steht am Montag in London nicht mehr der Traum vom Titel an, sondern die Angst vor einem frühen Sturz auf dem heiligen Rasen. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet das Gras, auf dem sie vor zwei Jahren jubelte, nun ihr Alptraum wird.