Geiselsöder fällt aus – das deutsche team reist ohne seine stützleiterin nach lyon
Morgen geht's nach Lyon, doch Luisa Geiselsöder bleibt zu Hause. Die 26-jährige Center des DBB muss die WM-Qualifikation verletzt absagen – ein Schlag, der im Kader bis zum Anpfiff am Dienstag gegen Südkorea nachhallt.
Der Deutsche Basketball Bund bestätigte den Ausfall am Freitag, ohne Details zur Diagnose oder Ausfallzeit zu nennen. Geiselsöder, zuletzt bei den Dallas Wings in der WNBA im Einsatz, galt als Fixpunkt im Post. Nun fehlt ihr 1,94 m-Block und ihre Erfahrung aus 46 Länderspielen.
Die lücke im system
Trainer Lisa Thomaidis muss umplanen. Mit Mariella Zaiß und Satou Sabally stehen zwar mobile Größen bereit, doch keiner von beiden bietet Geiselsöders Tiefe unter dem Brett. Die Staffelung der Rotation wird enger, die Minutenlast für Alexis Peterson und Lena Gohlisch steigt.
Das Turnier in Frankreich ist offiziell Qualifikation, für die DBB-Auswahl aber vor allem Testlauf für die Heim-WM in Berlin (4.–13. September). Die Deutschen sind als Gastgeber bereits gesetzt, deshalb steht in Lyon vor allem der Schulterschluss mit dem Publikum im Fokus. Ohne Geiselsöder wird der Auftritt zur Gradmesserfrage: Wie weit trägt der neue Schwung nach dem Viertelfinal-Aus in Tokio?
Der Zeitplan ist gnadenlos: binnen sieben Tagen fünf Spiele. Nach Südkorea folgen die Philippinen, Gastgeber Frankreich, Kolumbien und Nigeria – alles Teams, die den Ball wechseln lassen und die deutsche Defense vor Tempofragen stellen. Genau dort fehlte zuletzt Geiselsöders Sicherheit im Close-out.
Die stimme aus dem camp
„Wir haben genug Größe und Geschwindigkeit, um die Lücke zu schließen“, sagte Kapitän Nina Aho nach dem Abschlusstraining in Herzogenaurach. Die Worte klingen nach Routine-Phrase, doch dahinter steckt ein konkretes Konzept: mehr Small-Ball-Minuten, Sabally als Stretch-Five, dazu ein früheres Double-Team auf den Gegner-Centers. Risiko: Rebounds. Chance: Offensive mit mehr Perimetern.
Geiselsöder selbst schickte per Voice-Message eine Kampfansage an ihre Teamkolleginnen: „Macht den Job, ich arbeite an meiner Rückkehr.“ Die DBB-Mediziner wollen innerhalb der nächsten zehn Tage ein belastbares Update liefern – pünktlich zum Lehrgaben vor der WM.
Für das Team heißt es nun: Lyon als Brandstifter nutzen. Je besser die Rotation ohne Star-Center funktioniert, desto größer die Optionen, wenn Geiselsöder zurückkommt. Die Fans in Berlin erwarten kein perfektes Bild, sondern eine Mannschaft, die weiß, wie man auch ohne All-Star gewinnt.
