Gc-chaos: sutter schießt nach sion-debakel nach!
Der Letzigrund bebte am Ostermontag nicht vor Jubel, sondern vor blankem Entsetzen. Grasshopper Club Zürich erlebte gegen Sion eine demütigende 0:4-Niederlage, und Sportchef Alain Sutter reagiert mit einer Härte, die im Schweizer Fussball selten zu sehen ist. Der erfahrene Manager schießt nun offen gegen seine Spieler, nachdem er sich offenbar lange zurückgehalten hat.
Sutter: „das ist nicht mehr tolerabel!“
Die Worte des Sportchefs hallen nach. Sutter ließ in der Mixed Zone des Letzigrunds keinen Zweifel daran, dass er von der Leistung seiner Mannschaft schockiert ist. „Das geht nicht, dass man sich so abschlaufen lässt und sich seinem Schicksal derart ergibt“, zitiert der Blick den verbitterten Sutter. Er sieht die Ursache für die Misere in einer fehlenden Robustheit und mentalen Resilienz. „Stand heute bin ich überzeugt, dass wir genau deshalb dort stehen, wo wir stehen.“ Die Zahlen untermauern seine Behauptungen: Obwohl GC in der Zweikampfstatistik leicht die Oberhand hatte (54 Prozent gewonnen), blieb die Leistung blass und ohne Hoffnungsschimmer.
Sutter appelliert an die Eigenverantwortung jedes einzelnen Spielers. Er vergleicht die Situation mit einem Sprichwort: „Man kann den Esel nur bis zum Wasser führen. Saufen muss er selbst. Wenn er nicht trinken will, dann verdurstet er.“ Dieser Zitat zeigt deutlich die Frustration des Managers. Der Schalter muss umgelegt werden – und zwar von jedem Einzelnen im Team.

Winterthur-warnung und kalkulierte härte
Doch Sutter beschränkt seine Kritik nicht nur auf die eigene Mannschaft. Er nutzt die Gelegenheit, um den kommenden Gegner, den FC Winterthur, in den höchsten Tönen zu loben, was in der aktuellen Situation fast schon ironisch wirkt. „Winterthur ist bereit. Auch wenn sie nicht jedes Spiel gewinnen, sie sind stabil und werden uns auffressen wollen“, warnt er. Dieses Überhöhen des Gegners ist vermutlich eine bewusste Strategie, um seine Mannschaft zu mobilisieren und die Dringlichkeit der Lage zu verdeutlichen. Denn er fügt hinzu: „Stand heute ist Winterthur klarer Favorit. Wenn wir so spielen wie jetzt und sie so, wie sie zuletzt gespielt haben, werden wir keine Chance haben!“
Die Frage ist nun, ob dieser kalkulierte Schocktherapie ausreicht, um GC vor dem Abgrund zu bewahren. Die nächste Begegnung gegen Winterthur wird eine entscheidende Prüfung sein. Ob die Mannschaft Suters die Worte des Sportchefs verinnerlicht und auf dem Platz umsetzt, wird sich zeigen. Eines ist jedoch klar: Es braucht eine sofortige und deutliche Leistungssteigerung, wenn GC seine Hoffnungen auf den Klassenerhalt nicht schon vorzeitig begraben will.
