Gc zürich jagt tunesier labidi – planung trotz abstiegschaos

Der Grasshopper Club Zürich bastelt bereits am Kader für 2024/25, während die Super-League-Lichter drohen zu erlöschen. Im Visier: Chiheb Labidi, 24-jähriger Mittelfeldmotor von CD Nacional. Die Meldung wirkt wie ein Wink mit dem Zaunpfahl – wer jetzt noch Zukunftsmusik spielt, glaubt offenbar heimlich an den Klassenerhalt.

Alain sutter pokert gegen den abstieg

Laut Africafoot hat Sportchef Sutter die Scouting-Akte Labidi längst auf den Schreibtisch gelegt. Eine halbe Million Euro Ablöse steht im Raum – ein Betrag, den sich der Rekordmeister nur leisten kann, wenn die Punkte gegen Ende der Saison stimmen. 23 Liga-Einsätze, ein Tor, eine Vorlage: Die Bilanz des Tunesiers wirkt bescheiden, sein Spielrhythmus aber ist hoch. In Lissabon hat er sich als robber Balleroberer profiliert, der diagonal öffnet und Standards schlägt wie mit Peitsche.

Die Konkurrenz schläft nicht. Montpellier HSC hat Labidi mehrfach beobachtet, spanische Klubs sollen Datenvideos analysiert haben, und seine eigene Agentur treibt offenbar den Bieterwettlauf voran. Für GC wäre er die erste tunesische Lizenzspieler-Verpflichtung seit acht Jahren – und ein Signal, dass die Marke «Hoppers» im Ausland noch Respekt genießt.

Ein transfer steht auf tönernen füßen

Ein transfer steht auf tönernen füßen

Die Rechnung ist simpel: Ohne Super-League kein Labidi. Die Lizenzvoraussetzungen der Swiss Football League dürften bei einem Zwangsabstieg die Gehälter schrumpfen lassen, und die Ablöse von 500 000 Euro wäre mit einem Schlag unerschwinglich. Die Spielerberater wissen das. Deshalb halten sie die Gespräche warm, verhandeln aber parallel mit anderen Klubs. GC riskiert, zum Sandsack in der Runde zu werden – alle reden mit dem Klub, doch unterschreiben wollen sie woanders.

Dennoch macht die Aktion Sutters Sinn. Die Fans hungern nach Perspektive, und Labidis Name erzeugt zumindest kurzfristig Rausch. Wenn die Mannschaft am letzten Spieltag doch noch den Abstieg verpasst, könnte die Verpflichtung binnen 48 Stunden über die Bühne gehen. Dann wäre der Tunesier nicht mehr Retter, sondern Ergänzung – und der GC plötzlich wieder ein Schritt voraus.

Die Saison ist noch nicht gelaufen, aber die Weichen sind gestellt. Entweder der GC schlägt sich frei und holt Labidi als neuen Motor – oder die Planung zerfällt in sich selbst. Die Uhr tickt. Noch acht Spiele entscheiden, ob die 500 000 Euro Luft bleiben oder ein neues Kapitel beginnt.