Gavi schreit, weint, lacht: seine antik nach der wm-nominierung ist purer stoff aus rocky-filmen

Pablo Martín Páez Gavira, 21, stand in Barcas Rehab-Zentrum, eine Schiene am Knie, ein Handy in der Hand – und dann brach alles aus ihm heraus. Lamine Yamal hielt die Kamera auf das Gesicht seines „Big Brothers“, drückte auf Rekord, und was folgte, war kein Instagram-Clip, sondern ein kurzer Film über Wiederauferstehung: Tränen, Schreie, ein „¡VAMOS!“, das die Wände der Ciutat Esportiva wackeln ließ.

Die sekunde, die 14 monate schmerz auslöschte

Knorpeltransplantation, Kreuzbandriss, Meniskus-Debakel – zweimal innerhalb von 36 Monaten. Die Ärzte hatten den Mittelfeld-Akrobaten vor einem Jahr noch auf WM-Sperre gesetzt. Doch am Montag, 9.30 Uhr Ortszeit, flatterte die WhatsApp-Nachricht von Luis de la Fuente ins Trainingslager. „Estás dentro.“ Sekunden später lag Gavi auf dem Boden, umarmte Physio Pablo Merino, der ihn durch 1.200 Stunden Reha begleitet hatte, und brüllte: „Diesmal holen wir den Pokal!“

Die Zahlen dahinter: 40 verpasste Pflichtspiele für Barça, 11 Einsätze nach seinem Comeback, null Trainingsrückschläge seit Februar. Hansi Flick gab ihm Stück für Stück Spielzeit – 30, 45, 60 Minuten –, bis der Rasen wieder sein Wohnzimmer war. „Er hat sich nicht zurückgekämpft, er ist neu geboren“, sagt der deutsche Coach. „Sein Antritt in der 67. Minute gegen Atlético war das Signal: Jetzt ist er wieder der Motor, der alles verschiebt.“

Warum dieser spanien-platz geschichte schreibt

Warum dieser spanien-platz geschichte schreibt

Gavi wird jüngster Spanier mit zwei WM-Teilnahmen, noch vor Sergio Ramos und Iker Casillas. Doch die Statistik interessiert ihn weniger als das Gefühl, endlich wieder in einem Turnier zu stehen, das ihm 2023 wegen des Kreuzband-GAU genommen wurde. „Dieser Sommer schmeckt nach Rache gegen das Schicksal“, postete er. Innerhalb von 20 Minuten kamen 1,8 Millionen Likes, unter ihnen Kommentare von Pedri, Frenkie de Jong und sogar von der Rivalin Real Madrid – Jude Bellingham schickte ein Fist-Emoji.

De la Fuente erklärte in Las Rozas, warum er trotz Rückstands im Match-Fitness auf Gavi setzt: „Er gewinnt Bälle, die andere nicht mal sehen. Seine Intensität ist ein DNA-Stück unserer Spielweise.“ Taktisch plant der Coach ihn als Joker, der ab der 60. Minute den Gegner zerfetzt – genau wie 2010 Juan Mata oder 2022 Álvaro Morata. Nur dass Gavi vorher zweimal am Boden lag und trotzdem wieder auftauchte.

Am 11. Juni geht es gegen Kroatien los, im Trikot mit der Nummer 9. Für Gavi ist es nicht nur ein zweiter WM-Stempel, sondern der Beweis, dass Knie aus Knorpel und Meniskus sich heilen, Mentalität aber unzerbrechlich ist. „Ich habe nicht überlebt, ich bin explodiert“, sagte er zu Yamal, als die Kamera endlich stoppte. Und dann lachte er – dieses Lachen, das klingt, als hätte der Fußball sich selbst gefeiert.