Gasperini schlägt fabregas die hand weg: roma-coach ignoriert fairplay nach como-sensation

Ein Schlagabtausch auf italienisch. Como gewinnt 2:1 in der Serie A, schießt sich auf Rang vier – und lässt Roma-Trainer Gian Piero Gasperini die Contenance verlieren. Nach dem Schlusspfiff wollte Como-Coach Cesc Fabregas die Hand geben, doch Gasperini drehte ab, marschierte stur in den Spielertunnel. Die Fernsehkameras fangen alles ein, die sozialen Netzwerke explodieren binnen Sekunden.

Fabregas: „ich bin traurig, das ist keine sportlichkeit“

„Ich gehe immer rüber, egal ob wir gewinnen oder verlieren“, sagt Fabregas bei Sky Italia. „Für mich ist das eine Frage des Respekts, den ich meinem Gegenüber schulde.“ Der Spanier wirkt sichtlich betroffen, sucht nach Worten. „Als ich ihn erreichen wollte, sah ich nur seinen Rücken. Das hat mich getroffen – so bin ich erzogen worden.“

Gasperini kontert in der Pressekonferenz mit scharfen Worten. Er nennt den Platzverweis gegen seinen Mittelfeldspieler Wesley „ein Witz“, fordert „endlich mehr Schutz für meine Spieler“ und unterstellt dem Schiedsrichter eine Serie fragwürdiger Entscheidungen zugunsten von Como. Die Niederlage schmerzt, doch der Verzicht auf den Handschlag schmerzt seine Glaubwürdigkeit mehr.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Como erzielt in der laufenden Saison bereits 22 Tore nach der 70. Minute – mehr als jede andere Serie-A-Mannschaft. Die Aufholjagd gegen Roma war bereits der dritte Sieg nach Rückstand innerhalb der letzten fünf Partien. Fabregas hat sein Team auf einen modernen Gegenpressing-Kurs geschult, der selbst erfahrene Gegner entnervt.

Roma droht das aus in der champions-league-zone

Roma droht das aus in der champions-league-zone

Für die Roma bedeutet die Pleite den Rückfall auf Tabellenrang sieben. Die Lücke zu Como beträgt bereits fünf Punkte, die Kluft zum erneuten Verpassen der Königsklasse wird größer. Gasperinis Zorn mag nachvollziehbar sein, doch sein Verhalten am Spielfeldrand schadet der ohnehin angespannten Stimmung um den Verein. Die Curva Sud zeigte nach Abpfiff erste Protestplakate, die sportliche Leitung fordert eine öffentliche Erklärung.

Como hingegen feiert den vierten Sieg in Serie und den besten Start in ein Kalenderjahr seit 1988. Fabregas betont, dass seine jungen Spieler „noch lernen müssen, wie man Spitzenreiter spielt“, doch die Atmosphäre im Stadio Giuseppe Sinigaglia erinnert bereits an eine kleine Fussball-Wundertüte. Mit 26 Punkten aus 14 Runden hat der Aufsteiger mehr Holz geholt als Milan und Juventus in der gleichen Periode.

Der nächste Prüfstein folgt schon am Wochenende: Como trifft auf Inter, Roma muss nach Turin. Gasperini steht unter Druck, Fabregas unter Beobachtung. Die Serie A liefert das nächste Kapitel – und vielleicht endlich den Handschlag, der am Sonntag fehlte.