Gasperini lässt roma-fan träumen: „du kommst mit mir“
Ein Sieg gab es nicht, dafür aber das größte Stadionerlebnis seines Lebens: Der siebenjährige Alexander, Roma-Fan aus Genua, sollte als Balljunge beim Genoa-Spiel gegen seine Giallorossi ran – doch die Organisatoren vergaßen ihn. Trainer Gian Piero Gasperini sah den verlorenen Jungen, griff in den wohl heikelsten Moment vor Anpfiff ein und zog ihn einfach mit aufs Spielfeld.
Die Kameras von DAZN fingen die Szene ein: Gasperini, sonst eher für sein giftiges Sideline-Image bekannt, hält die kleine Hand, führt Alexander an Donyell Malen vorbei, damit der Junge neben seinem Idol die Hymne mithört. Das Video raste durch soziale Netzwerke, #Gasperini trendete stundenlang vor allem in Italien.
Der vater schreibt, die roma antwortet
Gabriele Divano saß in der Tribüne, das Herz klopfte lauter als der Kurve. Am Abend setzte er sich hin und tippte eine Mail – nicht an die Ligaverwaltung, sondern an den Coach des Gegners. „Signor Gasperini, ich bin der Papa von Alexander. Danke, dass Sie dem Jungen diesen Traum ermöglicht haben. Im Fußball, der oft so hektisch ist, war Ihre Geste von seltener Menschlichkeit.“
Die Roma veröffentlichte den Brief auf allen Kanälen und lud Familie Divano für eine der nächsten Heimpartien ins Stadio Olimpico ein. Klubsprecher Francesco Calvo: „Wir wollen, dass Alexander seine Roma endlich im eigenen Stadion erlebt – und zwar als Ehrengast.“
Gasperini reagierte zurückhaltend: „Ich habe nur getan, was jeder tun sollte: ein Kind nicht stehen lassen.“ Für Alexander ist das kein „nur“. Sein Favoritsspieler ist Paulo Dybala; seit dem Vorfall trägt er im Schulhof statt der üblichen 10 plötzlich die 91 – Gasperinis Geburtsjahr.

Ein versprechen für rom
Vater und Sohn haben sich geschworen: 2024/25 ist die erste Auswärtsreise nach Rom fällig. Dann will Alexander endlich seine Roma live im Olimpico sehen – nicht mehr als vergessener Balljunge, sondern als Fan, der genau weiß, dass Fußball mehr ist als Resultate. Gasperini hat ihm das beigebracht, ohne es zu ahnen.
Die Serie A meldet seit Wochen steigende Zuschauerzahlen. Die Liga freut sich über PR-Werte, die kein Marketingbudget kaufen kann. Doch die wahre Bilanz steht in Genoa: Ein Junge wird erwachsen mit der Erinnerung, dass selbst ein vermeintlicher Gegner eine Hand reicht – und dass diese Hand ausgerechnet die von Gian Piero Gasperini war.
