Gasperini explodiert: «wesley-rot ist ein witz – rom wird abgezockt»
15. März 2026, 22:11 Uhr – Como. Die Roma kassiert beim 1:3 die zehnte Saisonniederlage und rutscht auf Rang sechs – Champions-League-Plätze nur noch drei Punkte entfernt, aber die Stimmung ist am Boden. Denn diesmal war nicht nur das eigene Defensivchaos schuld, sondern laut Trainer Gian Piero Gasperini eine Schiedsrichter-Entscheidung, die «nicht nur das Spiel, sondern die ganze Runde kaputtmacht».
Die szene, die alles entschied
76. Minute, Stand 1:2. Wesley zieht die Beine hoch, um Diao auszuweichen, berührt ihn kaum – Rot. «Er macht einen Satz zur Seite, um den Kontakt zu vermeiden. Das ist kein Foul, das ist ein Witz», donnert Gasperini in die Mikros. Der VAR bleibt stumm, Como nutzt die Überzahl, Diao schlenzt das 3:1 ein. «Diese Szene ist nicht die erste in Como. Die provozieren, fallen, jammern – und bekommen den Pfiff. So funktioniert moderner Calcio, gefällt mir nicht, aber ich darf es sagen.»
Die Zahlen sprechen gegen Rom: vier Big Chances vergeben, 0,8 xW (expected Goals) zwischen dem 60. und 75. Minute verschenkt. Malen will auf Pellegrini querlegen, zögert, Passtempo weg. «Dort hätten wir 2:1 machen müssen, dann gibt’s keine Diskussion», hadert der Coach.

Gasperini schickt signal an die friedkins
Doch er geht weiter. Nach dem Schlusspfiff winkt er Ubaldo Righetti zu sich, umarmt den Legenden-Keeper, dann folgt der Seitenhieb auf die Roma-Führung: «Ich musste mich in Rom offensiver umbauen als je zuvor. Wir haben junge Kids statt erfahrener Rotation. Das zahlt sich in solchen Phasen aus.» Mit «junge Kids» meint er 19-jährige Geminiani und 18-jährige Baldi, die in der Schlussphase überfordert wirkten. «Wenn der Gegner frische Leute wie Verdi und Mancini bringt und wir müssen Hermoso mit Muskelproblemen halbfit aufs Feld schicken, wird’s eng.»
Die Kritik ist klar: Rom braucht Tiefe, nicht Tüfteln. Der verletzte El Shaarawy fehlte erneut, Dybala laboriert an der Hüfte, Smalling fällt seit Wochen aus. Gasperini fordert «einen erfahrenen Sechser und eine Backup-Spitze – sonst wird April zur Achterbahn». Europa-League-Achtelfinale gegen Frankfurt steht am Donnerstag an, das Liga-Programm verspricht Napoli, Lazio, Atalanta. «Zwei Wettbewerbe, zwei Ziele, aber nur ein Kader. Da reicht Charakter nicht.»

Die frage nach dem handschlag – und eine klare antwort
Como-Coach Fabregas wirft Gasperini vor, nach dem Abpfiff nicht zur Hand gegangen zu sein. Der Mailänder gibt zurück: «Ich verlier seit 30 Jahren und gebe immer die Hand. Aber wenn jemand 90 Minuten lang die Linie zwischen Spiel und Schauspiel verflüchtigt, braucht er keine meiner. Respekt ist keine Einbahnstraße.»
Die Roma liegt vier Punkte hinter der Vierten, hat aber ein Spiel weniger. Gasperini blickt trotzdem nach vorn: «Wir haben 27 Punkte bis Mai zu verteilen. Wenn wir im Europa-Park bestehen und in Serie A die Chancen verwandeln, kann Rang vier noch unser werden. Aber dafür muss der VAR bald mal auf unserer Seite stehen – sonst wird es eng.»
Die Liga ist noch nicht entschieden, doch in Trigoria brodelt es. Gasperini hat laut interner Quelle bereits ein Liste mit drei Namen auf dem Schreibtisch der Friedkins liegen: einen defensiven Mittelfeld-Routinier, eine Backup-Nummer-neun – und einen Psychologen. «Weil wir künftig auch mit unfairen Mitteln umgehen müssen, ohne uns den Spaß am Spiel zu nehmen.»
