Gasol und feb verdoppeln stipendien – damen-basketball bekommt turbo

Pau Gasol und die Spanische Basketball-Federación schieben der Talente-Schmiede einen Doppelpass: 16 statt 8 Stipendien für Rising Stars, davon mindestens die Hälfte an Mädchen. Die Vertragsverlängerung fällt mit dem neuen Rekord von 163.770 lizenzierten Damen-Basketballerinnen zusammen – ein Timing, das kein Zufall ist.

Die akademie wird zur damen-plattform

Die akademie wird zur damen-plattform

Seit 22 Jahren bildet die Academia de Baloncesto Pau Gasol Spitzennachwuchs aus. Doch seit gestern steht fest: Das Projekt wird zur Inklusions-Maschine. Gasol selbst spricht von „einem Quantensprung für den weiblichen Nachwuchs“, Präsidentin Elisa Aguilar nennt die Akademie „unser Herzstück für die Zukunft des spanischen Basketballs“. Das Credo: Wer Talente fördert, darf nicht länger 50 % der Bevölkerung ignorieren.

Die Fakten sind hart: Spanien führt in Europa die Lizenzstatistik der Mädchen an, doch auf Profiniveau schrumpft der Anteil. Die Akademie will die Leckage stoppen. Neue Regel: Jedes technische Team muss mindestens eine weibliche Trainerin umfassen. Vorbilder wie Laura Piera – heute ACB-Statistikerin – kommen zur Media-Day-Tour, um vor 15.000 Zuschauerinnen in der Copa de la Reina-Fanzone Nachwuchs-Mädchen zu motivieren. Dort wartet neben Autogrammstunden ein versteckter Hauptpreis: ein Trikot, das Gasol in Barcelona trug, als er 2010 die Weltmeisterschaft gewann. Man muss nur einen Korb treffen – und sein Geschlecht angeben.

Die Kosten? Die FEB übernimmt 100 % der Unterkunft und verdoppelt damit ihre vergangene Förderung. Gasols Stiftung steuert Equipment und Mentoring bei. Die Botschaft: Wer sich bewirbt, zahlt keinen Cent – aber bringt Ehrgeiz mit. Bewerbungsfrist läuft bis 30. April, Auswahl per Video-Camp, Finale in Madrid. Wer es schafft, landet im August in Sant Cugat – in einer Halle, in dem schon die Gasol-Brüder ihre ersten Dreier versenkten.

Die Akademie will nicht nur Spielerinnen formen, sondern Multiplikatorinnen. Ziel bis 2027: 25 % weibliche Teilnehmer und mindestens fünf Absolventinnen in der spanischen Liga. Ein Anfang, der mehr ist als PR. Denn wer heute in Spanien ein Rising-Stars-Trikot trägt, bekommt automatisch ein Angebot der Nationalmannschaft – egal ob mit oder ohne Bart.