Garmisch-partenkirchen: tsv fordert mehr – droht tournee-aus?

Die Vierschanzentournee 2026/27 steht vor einem finanziellen Balanceakt. Während die Welt der Skisprünge sich auf die Premiere der Damen freut, tobt hinter den Kulissen ein Streit um die Einnahmen, der das traditionsreiche Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen gefährden könnte. Der Skiclub Partenkirchen (SCP) pocht auf eine deutlich höhere Beteiligung an den Erlösen – und droht im schlimmsten Fall mit dem Rückzug.

Ein siebenstelliger betrag reicht nicht

Der SCP, der für die Organisation und Infrastruktur des Springens verantwortlich ist, fühlt sich benachteiligt. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung kassiert der Verein derzeit einen niedrigen siebenstelligen Betrag, fordert nun aber eine Erhöhung um rund 30 Prozent. Die Zuschauereinnahmen verbleiben zwar beim SCP, doch der Deutsche Skiverband (DSV) sichert sich die lukrativen TV- und Sponsoringgelder. Michael Maurer, Präsident des SCP, macht deutlich: „Wir tragen das komplette Risiko, hatten aber 22 Jahre lang keine signifikanten Zahlungsanpassungen. Die letzten zwei Jahre haben wir sogar Fehlbeträge verbuchen müssen.“

Risiko und tradition: ein schmaler grat

Risiko und tradition: ein schmaler grat

Die Bedeutung des Veranstaltungsortes Garmisch-Partenkirchen für die Vierschanzentournee ist unbestritten. Die Tradition und die Strahlkraft des Ortes sind ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzepts. Der SCP macht sich diesen Umstand zunutze: „Ohne uns gibt es keine Vierschanzentournee“, stellt Maurer unmissverständlich klar. Die FIS, der Ski-Weltverband, hat Garmisch-Partenkirchen im vorläufigen Wettkampfkalender für 2026/27 noch nicht bestätigt. Stattdessen steht lediglich der Platzhalter „GER“ für Deutschland eingetragen. Ein deutliches Signal.

Kompromiss oder kollaps?

Kompromiss oder kollaps?

Die Situation ist angespannt, aber beide Seiten signalisieren Gesprächsbereitschaft. DSV-Geschäftsführer Stefan Schwarzbach äußert sich optimistisch: „Ich gehe davon aus, dass wir eine gemeinsame Lösung finden“, so Schwarzbach zitiert die „Bild“. Allerdings müssen noch „einige rechtliche und inhaltliche Dinge“ geklärt werden. Sollte eine Einigung ausbleiben, könnte Oberstdorf im Notfall zwei Springen ausrichten – ein Szenario, das die sportliche und regionale Bedeutung Garmisch-Partenkirchens weiter untergraben würde. Die Fans hoffen, dass die Verhandlungen bald zu einem Ergebnis führen, denn die Vierschanzentournee ohne Garmisch wäre nur halb so spannend.